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Veranstaltungen und Reisen 2012
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Feierlichkeiten anlässlich der Schließung der Tongrube Klingenberg
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In Klingenberg am Main wurde am 16. Dezember 2011 der letzte Hunt feierlich aus der Tongrube zutage gefördert. Zu diesem denkwürdigen Ereignis war auf Einladung der dortigen RDB- Kameraden eine Abordnung der RDB- Bezirksgruppe Moers und der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition Linker Niederrhein am Vortage angereist. Nachdem die Eingangsklänge des bergmännischen Marsches „Schon wieder tönt `s vom Schachte her ... verklungen waren, begrüßte Bürgermeister Simon gegen 11 Uhr am Stollenmundloch zahlreiche Ehrengäste der Aufsichts- und Verwaltungsbehörden, der Feuerwehren und des Grubenrettungswesens, der Presse und des Fernsehens sowie aktive und ehemalige Bergleute (einschl. unsere Gruppe) und Bürger der näheren und weiteren Umgebung. – Dann sprach er die sehr lange Tradition von über 270 Jahren des untertägigen Tonbergbaues an, der der Stadt viel Reichtum (Mainbrücke, repräsentative Gebäude, Kanalisation, zeitweise Steuerfreiheit für die Bürger usw.) eingebracht hatte. Doch als von Prüfern die Unwirtschaftlichkeit festgestellt worden war, sah sich die Stadt gezwungen, ihr Unternehmen zu schließen. Als dienstältester Bergmann sprach Roland Lanzendörfer (verständlicherweise) von Wehmut, die ihn (und nicht nur ihn) nach über 20 Jahren Bergbautätigkeit befallen hat.
Herr Christoph Dammer vom Bergamt Nordbayern in Bayreuth stellte fest, dass die Schließung eines Bergwerks nie ein freudiges Ereignis ist und an die Endlichkeit aller Lagerstätten erinnert. Wenn auch die hiesigen Vorräte noch nicht erschöpft sind, gab es doch Gründe für die Einstellung des Betriebes. – Geschichtlich ist der übertägige Tonabbau im Jahre 1567 erstmals erwähnt worden. In diesem über 400 Jahre währenden Zeitraum sind wohl mehr als 1 Millionen Tonnen Ton von bester Qualität gewonnen worden, die der Stadt einen großen Wohlstand eingebracht und vielen Menschen Brot und Auskommen gegeben haben - Dem Bergwerk wünschte er einen ehrenvollen Platz in der Stadtgeschichte und den ausscheidenden Bergleuten weiterhin alles Gute.
Auch Eckhart Ehrt, Technischer Leiter des Bergwerks, schilderte in einem kurzen Abriss den Werdegang der Grube. Ochsenkarren transportierten das Fördergut zur Schiffsverladung an den Main. Im Betrieb gab es keine Dampfmaschine. Erst mit der Elektrifizierung im Jahre 1902 und der damit verbundenen Einführung von elektrischen Häspeln wurde die bergmännische Arbeit wesentlich erleichtert. - Dann berichtete er von den Umstellungen bzw. Veränderungen während seiner 10-jährigen Tätigkeit, die aber letztlich das Unausweichliche auch nicht aufhalten konnten. - Allen Mitarbeitern wünschte er weiterhin Gesundheit und alles Gute. Er selbst geht in seiner sächsischen Heimat in den wohlverdienten Ruhestand
Wie zwischen allen Ansprachen so erklangen auch jetzt bergmännische Weisen bei der Förderung des letzen Hunts, der hochbeladen und mit Tannengrün geschmückt zutage kam. Neben den Jahreszahlen 1742 – 2011, der Lebensdauer der Grube, war auch ein umgekehrtes Schlägel und Eisen gezeichnet, das Symbol für ein stillgelegtes Bergwerk. - Auf der Stirnseite des Wagens waren die Namen der Belegschaft geschrieben und zwischen dem nun unnützen Gezähe im Hunt hatte ein jeder Kumpel seine Initialen in die fetten Tonschollen eingeritzt. Nach dem Umladen einiger Tonbrocken in einen Holztrog und dem Bergmannslied begann der Ausmarsch, angeführt von einem – in mittelalterlicher Arbeitstracht gekleideten – Jungen (Sohn von Jörg Winkler, Hauer aus Klingenberg). Durch das Spalier der anwesenden Bergleute begab sich der Zug ins nahegelegene Betriebsgebäude.
Anschließend konnte sich die gesamte Festgesellschaft in den Sozialräumen einer benachbarten Firma von den unwirtlichen Wetterbedingungen des Orkantiefs „Joachim“ aufwärmen und mit Getränken und einem Imbiss stärken.Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Klingenberger St. Pankratiuskirche begann am Nachmittag die Barbarafeier, zu der alle Bergkameraden im traditionellen Bergkittel mit Geleucht usw. erschienen waren.
Danach begab sich unter vielstimmiger, musikalischer Begleitung der Festzug durch die Stadt zum Festsaal. Auch hier trat Bürgermeister Simon ans Rednerpult und skizzierte nochmals die Geschichte des Bergwerks, versprach ihm ein bleibendes Denkmal zu setzen und verabschiedete die ausscheidenden Bergleute – nicht ohne vorher ihre Leistungen gewürdigt zu haben.
Für die Bergbehörde sprach RDB- Kollege Frank Becker. Er bestätigte ebenfalls, dass es allen Bergleuten sehr schwer fällt, wenn wieder ein Bergwerk stillgelegt wird. – Von ehemals >1000 Bergbaubetrieben in Bayern existieren heutzutage nur noch zwei Werke. Eines besteht schon seit dem Jahre 1517 und das Zweite seit 1857. – Den hiesigen Bergleuten wünschte er für die Zukunft alles Gute.
Dieselben Gedanken äußerte auch Betriebsleiter Eckhard Ehrt. Auch ihn hatte die Schließung des Tonwerkes stark belastet. Großen Dank sprach er allen seinen Mitarbeitern aus. Der Stadt überreichte er zur Erinnerung eine Calcit- Auskristallisation, die seine Kumpel in der Richtstrecke der 70 m Sohle gefunden hatten. Diese mit Holz und Glas gerahmte geologische Besonderheit wird zukünftig im Heimatmuseum ausgestellt sein. Vier Musikgruppen der Klingenberger Stadtteile hatten zum Gelingen der Barbarafeier viele bergmännischen Musikstücke eingeübt, die sie an diesem Abend gekonnt darbrachten. – Mit dem Steigerlied – und dem Schnaps natürlich -, der Bayernhymne sowie der Nationalhymne endete (wie stets in Bayern) der offizielle Teil, jedoch nicht das Fest.
Am nächsten Vormittag trat unsere Gruppe die Heimreise gen Niederrhein an.
Orthaus
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Besuch des GOP Varieté- Theaters in Essen
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Als letzte Veranstaltung des Jahres 2011 stand traditionsgemäß im Zwei – Jahres - Rhythmus wieder ein Besuch des GOP Varieté- Theaters in Essen auf dem Programm der BG Moers. Für die Dinnershow „Short Cuts“ am 8. Dezember hatte unsere Gruppe die entsprechenden Platzkarten gebucht.
Zur Begrüßung gab`s im Foyer ein Glas Sekt, was die ohnehin schon gute Stimmung noch steigerte. Nachdem wir unsere Plätze eingenommen hatten, wurde uns schon bald das bestellte Menue serviert, während ein Gitarrist die Gäste bis zum Beginn der Vorstellung mit dezenter Tischmusik unterhielt.
Anhand der ausliegenden Flyer hatten wir uns über die Show „ Short Cuts“ eingehend informiert
Es wurden etliche Kurzgeschichten aufgeführt mit der Besonderheit, dass kaum etwas gesprochen wurde – ein jeder Zuschauer aber dennoch deren Sinn verstand. Mal waren sie außergewöhnlich komisch, dann wiederum spannend oder auch sinnlich. Die unter-schiedlichen Talente und ausgeprägten Charaktere der Darstellerinnen und Darsteller sprachen alle Gefühle der Zuschauer an.
Der französische Comedy- Darsteller, Fabian Kachev, zeigte mit hervorragender Gestik und Mimik und einigen Geräuschen verschiedene Begebenheiten einer längeren Autofahrt. Das vergebliche Suchen nach dem gewünschten Radiosender, das Öffnen des Schiebedaches, das Warten vor der Ampel oder die Bewältigung einer schwierigen Verkehrssituation mit Vollbremsung waren Bilder, die wohl jeder Autofahrer in ähnlicher Weise schon erlebt hat.
Im Stile einer fernöstlichen Kampfsportart „duellierten“ sich zwei junge Jongleure. Als „Waffen“ warfen sie sich zahllose Keulen oder Bälle zu. – Ein spannender „Kampf“, der
(verständlicherweise) zwei Sieger hatte.
Chinesische Kunst führte Wang Fei in Vollendung vor. Mit unbeschwerter Leichtigkeit wirbelte sie mit ihren Füßen Schirme und Tücher durch die Luft und veränderte dabei mehrmals sogar ihre Körperhaltung.
Kraft und Körperbeherrschung müssen Künstler besitzen, wenn sie Partnerakrobatik zeigen wollen. Wenn dazu der Untergrund kein fester Boden sondern ein Brett auf einer sich evt. drehenden Rolle ist, ist dies Balance (Rola Rola) in Perfektion. Die beiden Damen, Lotta und Stina, waren Meisterinnen dieses Faches.
Schlappseilakrobatik war das Metier von Christer Pettersen. Er „spazierte“ geschickter vorwärts oder rückwärts auf dem Schrägseil als manche Fußgänger auf einem Bordstein laufen. Als Höhepunkt balancierte er mit einem gefüllten Goldfischglas auf dem Schlappseil (ohne dass der Goldfisch in Panik geriet).
Mit vielen unterschiedlichen akrobatischen Figuren (Drehungen, Abfallern usw.) zeigte Mareike Koch ihr Können am Trapez.
Eine Fingerfertigkeit besonderer Art konnte man bei Günter Fortmeier bewundern. Verblüffend waren die Schatten, die seine Hände auf die Leinwand warfen. Hundeköpfe verschiedener Rassen, Elefanten, Tierköpfe mit Hörnern, Fische u. v. a. zauberte er – unter verdientem Beifall - an die Wand. – Außerdem überbrückte er mit einem kleinen Puppentheater die Pausen während der Szenenwechsel, wobei die beiden „handelnden Personen“ seine mit Socken überstülpte Hände waren.
Es war eine vielseitige und „unterhaltsame“ (trotz weniger Worte) Show. – Applaus, Applaus!
Orthaus
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Eröffung der ehemaligen Erzgrube Bendisberg bei Langenfeld in der Vordereifel als Besucherbergwerk
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Endlich ist es soweit! - Oder – „Was lange währt, wird endlich gut!“ Nach mehr als 8 Jahren gemeinsamer bergmännischer Tätigkeit von Moerser RDB- Kameraden und Mitgliedern der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition Linker Niederrhein – hin und wieder auch mal durch andere RDB- Kameraden bzw. anderer zum Teil noch aktiver Bergleute unterstützt – ist am 22. Oktober 2011 die ehemalige Erzgrube Bendisberg bei Langenfeld in der Vordereifel als Besucherbergwerk feierlich eröffnet worden.
Die Festlichkeiten begannen um 15 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Quirinus zu Langenfeld, der von Dechant Monsignore Josef Schrupp, Pastor Helmut Schmidt und Prädikant Sebastian Sobiech aus Kamp- Lintfort gemeinsam gestaltet wurde. Auch der Kirchenchor war mit Kompositionen von Lécot, Lonquich und Mozart an der Gestaltung des Festgottesdienstes beteiligt. Der Predigt von S. Sobiech lagen natürlich bergmännische Gedanken zu Grunde, da neben der zahlreich erschienenen einheimischen Bevölkerung wir Bergleute vom Niederrhein als kleine Bergparade - „vorschriftsmäßig“ in Bergkittel, mit Schachthut und Feder, Geleucht und Häckel gekleidet - in den Eifeldom eingezogen waren.
Anschließend wurde die gesamte Festgemeinde mit mehreren Bussen zum Bergwerk hinunter gefahren. Privatfahrzeuge mußten wegen der schmalen Wege und der begrenzten Parkmöglichkeiten am Abzweig zum Mittleren Stollen hinab abgestellt werden. Für die ca. 1,5 km lange Strecke hatte die örtliche Feuerwehr dankenswerterweise mit zwei Kleinbussen einen Pendelverkehr eingerichtet.
Schon beim Eintreffen wurde die Festgesellschaft musikalisch vom DSK- Orchester Saar empfangen. - Mit mehreren Ansprachen von der Dachterrasse der neuen Bergmannshütte wurde „vor Ort“ die eigentliche Eröffnung begonnen. Als erster Redner begrüßte Ortsbürgermeister Alfred Schomisch – als neuer „Bergwerksdirektor“ - zahlreiche Gäste aus der hohen wie auch aus der Gemeinde- Politik – allen voran den Landtags-abgeordneten Dr. Weiland, den Landrat Dr. Saftig sowie den Verbandsbürgermeister Heilmann. Die Beigeordneten und Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Vertreter der bei diesem Projekt tätigen Firmen standen ebenso auf seiner Liste sowie die drei ehemaligen Bergleute Peter Auen, Peter Müller und Josef Rausch, die an diesem Tage die „Wiederauferstehung“ ihres alten Bergwerkes mit tiefer Ergriffenheit erleben konnten.
Seinen Gruß und besonderen Dank richtete er an Manfred Stratenhoff und alle Mitglieder der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition Linker Niederrhein für ihren großen Einsatz über acht lange Jahre hinweg: „Ohne sie fände diese Einweihung nicht statt! - Er erinnere sich noch an die vielen Planungsgespräche abends in der Gaststätte und an die unzähligen Aufträge, die er von dort mit auf den Heimweg bekam.“ Sein Fazit: „Wenn es auch oftmals anstrengend war, so war es dennoch schön. Und – die Langenfelder und die Kamp- Lintforter haben sich gegenseitig schätzen gelernt. Es sind Freundschaften entstanden!“
Landrat, Herr Dr. Alexander Saftig sprach von einer „Goldgräberstimmung“, die damals aufkam, als die Idee von einer Öffnung der Grube geboren und auch in die Tat umgesetzt war. Kleine Schwierigkeiten waren der Unerfahrenheit zuzuschreiben und schon bald überwunden. Auch er sprach allen Beteiligten seinen Dank aus.
Es folgten noch weitere Redner mit Dankesworten und Glückwünschen für die Zukunft des Besucherbergwerks.
Den göttlichen Segen erhielt die Grube von Prädikant Sobiech und Dechant Schrupp, der - anspielend auf einen vorher erwähnten kleinen „Standwasserbereich“ – von einem speziellen,unschädlichen Wasser, dem Weihwasser, sprach und das Bergwerk damit weihte.
Auch der Männergesangverein Langenfeld trug mit einigen Liedern zum Gelingen der Eröffnungsfeier bei. - Vom Blasorchester unterstützt wurde anschließend das Lied „Wennschwarze Kittel scharenweis`...“ angestimmt und eine Abordnung der Fördergemeinschaft mit Manfred Stratenhoff übergaben den „Bergwerksschlüssel“ und unser Gastgeschenk an Alfred Schomisch.
In seiner Rede sprach unser Vorsitzender dem Bürgermeister und allen Langenfelder Bürgern unseren Dank für die gute und freundliche Aufnahme aus. Darin eingeschlossen war natürlich auch Michael Ahrensmeyer (mittlerweise Ehrenhauer) für seine schnellen und vollständigen Materialbeschaffungen. Viel Beifall erhielt Manfred Stratenhoff für seine Dankesworte an die daheimgebliebenen Ehefrauen der Bergleute vom Niederrhein, die oftmals sehr viel Verständnis für das „Hobby“ ihrer Männer aufbringen mussten.
Als weitere Gäste konnte er Frau Rohrwild mit ihrem Sohn aus Nürnberg begrüßen. Ein herzliches Dankschön galt dieser Familie, die schon vor 6 Jahren unsere untertägigen Arbeiten mit Gleisen und den dazugehörigen Förderwagen sehr unterstützt haben. Mehrere RDB- Kameraden aus Klingenberg am Main mit Bürgermeister Simon, von Rheinbraun BOWA / Fabrik Fortuna- Nord, BV Oberhausen und BV Baden- Württemberg, die alle schon das Bergwerk befahren haben oder gar dort tätig waren, konnte er vorstellen und begrüßen.
In größeren Schritten schilderte er den Ablauf vom Wiederentdecken des Tiefen Eisenheld-stollens, die umfangreichen Aufwältigungen und Ausbauarbeiten und die riesigen Anstrengungen zum Bau der Bergmannshütte (wobei der Begriff „ ...hütte“ stark untertrieben ist). Viele humorige Kommentare begleiteten Alfred Schomisch beim Auspacken der schönen Gastgeschenke, die für die Ausstattung der Grube oder der Bergmannshütte geeignet sind.
Mit dem gemeinsamen Singen des Steigerliedes und dem obligatorischen Schnaps endete der offizielle Teil der Eröffnungsfeier. Vor dem Stollenmundloch bzw. in der Bergmannshütte wurde – bei einer deftigen Suppe und unterschiedlichsten Getränken – noch lange gefeiert. Unsere Busse fuhren jedoch pünktlich ab, sodass wir noch vor Mitternacht am Niederrhein eintrafen. – Es war eine würdige Eröffnung und damit ein gelungenes Fest.
Orthaus
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Jahresfest 2011 der BG Moers
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Wiederum im „Wellings Parkhotel“ in Kamp – Lintfort fand am 15. Oktober 2011 das Jahresfest der BG Moers im „Familienkreis“ statt. Vor Beginn der Veranstaltung wurden im Foyer allen Teilnehmern Begrüßungsgetränke kredenzt und den Damen eine Schachtel süßer Köstlichkeiten als Präsent überreicht. Um 19 Uhr konnten dann die Plätze im festlich geschmückten Saal eingenommen werden.
Herzlich begrüßte Manfred Stratenhoff die RDB- Kameraden mit ihren Damen – insbesondere die Jubilare unter ihnen. Als Gäste hieß er Herrn Theo Schlösser, unseren RDB- Bundesvorsitzenden, mit seiner Gattin und das Ehepaar Schlund vom BV Baden- Württemberg willkommen. – „Nach den positiven Erfahrungen des letztjährigen Festes hatten wir uns schnell und leicht entschieden, unser Jahresfest wieder in diesem Hotel zu feiern“, so sein Kommentar.
An die anwesenden Jubilare gewandt erinnerte Manfred Stratenhoff an die wechselvolle Geschichte des Bergbaus und damit auch an die der betroffenen Bergleute.
Nach einem Grußwort an die Festgesellschaft begann Theo Schlösser seine Laudatio an die Jubilare. „Die Ältesten unter ihnen seien noch Männer der 1. Stunde und des Wiederaufbaus gewesen und hätten noch härter zupacken müssen!“ Er erinnerte jeden an seinen beruflichen Werdegang und darüber hinaus bis zu seinem heutigen Jubiläumstag.. Anschließend nahm er gemeinsam mit unserem Vorsitzenden M. Stratenhoff die Ehrungen vor. Neben den Urkunden wurden alle mit diversen Auszeichnungen beschenkt. - Besondere Worte fand er für Manfred Stratenhoff, der auch zu den Jubilaren zählte und für 50 Jahre RDB- Mitgliedschaft geehrt wurde.
Geehrt wurden folgende Jubilare:
für 25 Jahre RDB- Mitgliedschaft: Michael Dassen
für 35 Jahre Bergbau: Axel Bertram
für 40 Jahre RDB- Mitgliedschaft: Thomas Hirth, Heinz- Theodor Jansen, Horst Sielaff,
Ulrich Schauenburg und Theo Schneider
für 50 Jahre RDB- Mitgliedschaft: Ulrich Holzweiß und Manfred Stratenhoff
für 55 Jahre RDB- Mitgliedschaft: Egon Tober
für 60 Jahre RDB- Mitgliedschaft: Albert Buschmann und Josef Schäpertöns .
Mit dem Bergmannslied und einem Schnaps endete die Jubilarehrung. – Doch die
Ehefrauen der Jubilare wurden nicht vergessen. Für die stete Unterstützung und Fürsorge
ihren Männern gegenüber erhielten sie einen bunten Blumenstrauß.
Dann kamen die Tänzer zu ihren Einsätzen. Die passende Tanzmusik arrangierte Herr Lichtrauter auf seiner Hammondorgel. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Die Hotelköche hatten für jeden Gaumen schmackhafte, typisch niederrheinische Vorspeisen, Suppen, Hauptgerichte und Desserts angerichtet.
Später wurden die Gespräche und das Tanzvergnügen durch den Auftritt eines Künstlers unterbrochen. „Herr Fröhlich“ musizierte, turnte bzw. tanzte mit den skurrilsten Dingen auf der Bühne. Dass man eine Schubkarre als Blasinstrument oder zusammengebundene, leere Milchtüten als eine Art „Panflöte“ nutzen kann, war wohl bis zu diesem Abend keinem Anwesenden bekannt. Auch seine „neue Version“ von Nordic- Walking für Fortgeschrittene hatte bisher niemand gesehen.
Schnell verging die Zeit und nach Mitternacht endete unser harmonisches Jahresfest.
Orthaus
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Besuch der Papierfabrik in Walsum
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Dass es über 3 000 unterschiedliche Sorten an Papier gibt, haben die Fahrtteilnehmer der BG Moers erst am 13. 10 2011 beim Besuch der Papierfabrik Walsum von Frau Beate Fischer, zuständig für Öffentlichkeitsaufgaben, im deutschen Werk eines der weltweit größten Magazin- und Zeitungspapierherstellers, dem Norske Skog Konzern, erfahren. In 13 Werken – in 10 Ländern über den gesamten Erdball verstreut – sind über 5 700 Mitarbeiter bei dieser norwegischen Firma beschäftigt. In Walsum arbeiten z. Zt. 520 Personen, die jährlich an zwei Papiermaschinen 435 000 t Papiersorten verschiedener Stärken produzieren (Papiergewicht von 39 bis 80 g /m²). Ca. 50 % der Fertigung werden an deutsche Verlagshäuser und Druckereien zum Druck von Katalogen, Magazinen, Zeitschriften und Werbeprospekten für Tief- und Offsetdruckverfahren geliefert. Europäische Kunden kaufen ca. 40 % der Produktion und der Rest geht ins überseeische Ausland.
Den größten Rohstoffanteil bei der Papierproduktion stellen die Hackschnitzel aus Fichtenholz, ein Nebenprodukt des Stammholzeinschlages, dessen Herkunft aus nachhaltiger Forstwirtschaft die deutschen Sägewerke garantieren und ein internationales Gremium zertifiziert. Als zweiter Rohstoff wird aus skandinavischem Kiefernholz chemisch gewonnener Zellstoff mit einem Anteil von 20 - 25 % hinzugefügt. Das Gemenge wird in Refinern durch Wärme und Druck aufgeschlossen, zerkleinert und mit viel Wasser (12 bis 13 l / kg Papier) zu einem dünnen Brei verrührt. Durch eine aufwendige Klärung und eine mehrmalige Wiederverwendung konnte der tägliche Bedarf auf max. 2 000 m³ Rheinwasser reduziert werden. In der Papiermaschine wird diese dünnflüssige Brühe gleichmäßig auf den Stoffauflauf aufgegeben. Auf dem mit 80 km / h laufenden Band wird der Papierbrei durch Siebe und Pressen entwässert und getrocknet. Das am Ende der Bandstraße 7,45 m breite, getrocknete Rohpapier wird auf sog. Tamboure aufgerollt. Starke Kräne transportieren diese ca. 30 t schweren Achsen, auf denen bis zu 80 km Rohpapier (40 g / m²) aufgewickelt sind, zur Streichmaschine, in der das Rohmaterial bei einer Geschwindigkeit von 102 km / h beidseitig mit 4 bis 12 g / m² Farbe gestrichen wird (täglicher Verbrauch ca. 500 t). Die Veredlung der Papieroberfläche wird im Kalandar vollendet. Durch „Bügeln“ mittels mehrerer Walzenpaare erhält es Glanz und Glätte, wodurch das Bedrucken wesentlich verbessert wird
Im letzten Arbeitsschritt werden die Rollen auf die vom Kunden gewünschten Breiten von 0,30 m bis 4,70 m geschnitten und auf Hartkarton neu aufgerollt. Nach der Markierung auf den Stirnseiten und der Verpackung sind die 1,0 bis 1,5 m dicken und mit durchschnittlich
25 000 m bestückten Rollen versandfertig. .
Mit einem kleinen Präsent bedankten wir uns für die gut vorgetragene Informationsrunde bei Frau Fischer und bei Herrn N. Wieczorek für die ebenso gute Führung durch das Werksgelände und die Produktionshalle des (fast schon Vorzeige-) Betriebes.
Im Walsumer Brauhaus endete der Halbtagsausflug mit einem guten Mittagessen und 1 – 2 oder ??? Bier der hauseigenen Brauerei.
Unser Dank galt Walter Krumm für die gute Organisation
Orthaus
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Besuch bei der Königsbrauerei in Duisburg- Beeck
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Für den 6. 9. 2011 hatte die BG Moers einen Besuchstermin bei der Königsbrauerei in Duisburg- Beeck. Wir wollten uns einmal anschauen, wo und wie das Pilsener gebraut wird, das vielen unserer Fahrtteilnehmer so gut schmeckt.
Mit kurzer Verzögerung erreichten wir noch rechtzeitig den vereinbarten Treffpunkt und zur Auflockerung wurde allen Besuchern erst einmal ein frisch gezapftes Pils serviert. Nach der Begrüßung durch Herrn Szelag erhielten wir zur besseren Verständigung beim Rundgang eine Kopfhörerausrüstung.
Dass auch hier nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 Bier gebraut wird, war seine erste Aussage.- Und dass die spezielle Rezeptur geheim gehalten wird, versteht sich eigentlich von selbst. Nur soviel wurde uns verraten, dass 16 t Gerste und 100 kg Hopfenpellets (gewonnen aus Hopfendolden aus sechs bekannten Anbaugebieten Deutschlands) benötigt werden, um unter Zusatz von Hefe und nochmals aufbereitetem Trinkwasser 1000 hl Bier zu brauen. Beim Gang durch etliche Hallen, die teils über 40° C warm oder auf fast 0° C hinuntergekühlt waren, konnte man den eigentlichen Brauprozess in den riesigen Kesseln und Tanks nur erahnen. Computersteuerung und – überwachung gewährleisten eine gleichbleibende Qualität. Am Ende des Brauvorganges gelangt das junge Bier in 32 Tanks (26 m hoch), in denen es über 16 Tage lang reifen muss.
Auch interessante Fragen wurden beim Rundgang beantwortet. Der herbe bzw. weniger herbe Geschmack wird durch die Anteile an Bitterhopfen bestimmt (s. oben, Rezeptur).
Brauen mit obergäriger Hefe erfolgt bei Temperaturen von 15 bis 20° C und ergibt Kölsch bzw.
Altbiere. Nach dem Gärprozess schwimmt die Hefe an der Oberfläche. - Mit untergäriger Hefe stellt man bei einer Temperatur von < 10° C Export-, Pils-, Helle- bzw. Märzenbiere her und die Hefe sinkt zu Boden.
In den Abfüllstationen erfuhren wir die Durchsatzmengen der verschiedenen Einrichtungen. Täglich werden ca. 700 Fässer, stündlich 50 000 Dosen und in zwei Anlagen 145 000 Flaschen gefüllt. Auch werden zeitweise Abfüllaufträge fremder Brauereien durchgeführt.
Im Jahre 2010 betrug der Bierausstoss 1,4 mio hl. - Es sind z. Zt. 250 Personen – darunter 15 Azubis – beschäftigt. Interessant war auch die Aussage, dass die Mitarbeiter ein monatliches Deputat von 60 l, einige – mit alten Verträgen – sogar 80 l Bier, erhalten. Auch den Rentnern werden 2 Kästen gewährt.
Mit einigen Glas Pils wurde die Besichtigung im Gästeraum stilgerecht abgeschlossen.
Orthaus
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Besichtigung des Moormuseums in Groß- Hesepe
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Im vergangenen Jahr hatten wir die im niederländischen Emsland gelegene Veste Bourtange besucht und für den 10. August d. J. stand die Besichtigung des in der Nähe liegenden Moormuseums in Groß- Hesepe (südwestlich von Meppen) auf dem Programm der BG Moers.
Nach störungsfreier Fahrt erreichten wir pünktlich unser Ziel und wurden nach einem kurzen Rundblick von Herrn Rolf Ritter begrüßt. - Er begann die Museumsführung mit der Erläuterung der geologischen Entstehung der Moorlandschaft. Er erklärte, dass nach der letzten Eiszeit
(ca. 10 000 J. v. Chr.) sich am Grund der nicht abfließenden Seen eine undurchlässige Schicht aus abgesunkenen Schwebeteilchen bildete. Diese Seen wurden durch verschiedene wurzellose Torfmoose besiedelt, die zur Oberfläche hin ständig (in wärmeren Perioden ca. 1 mm / a) nachwuchsen und nach unten abstarben. Das ergab eine Schwarztorfschicht von ca. 4 m in 4 000 Jahren. Mineralien nahmen diese Moose aus Regenwasser auf und gaben Wasserstoff- Ionen ab, wodurch saures Wasser (PH- Wert ~ 4) entstand. - Dies war kein Lebensraum für Flora und Fauna; nur die Kaulquappen einer besonderen Wasserfroschart konnten hier überleben.
Ca. 500 J. v. Chr. endete die späte Wärmezeit, was man heute im Torf als Grenzhorizont erkennen kann. Andere Moose bildeten ab diesem Zeitpunkt den Weißen Torf.
Schon die Römer wussten zu berichten, dass die Germanen zur Feuerung (den schwarzen) Torf verwendeten.
Ständig - über Jahrhunderte - wurden die Moore abgegraben und das Brennmaterial sogar „exportiert“. Im späten Mittelalter wurden sie planmäßig trocken gelegt, und das begehrte Heizmaterial auf den entstandenen Kanälen mit Lastkähnen in die norddeutschen und holländischen Hansestädte transportiert. Als Gegenleistung brachten die Schiffer Baumaterialien für weitere Besiedelungen mit. Als sehr arme Leute wohnten die Torfstecher in sehr primitiven Hütten. Eine Hütte mit einem gemauerten Schornstein galt schon als komfortabel. - Nur karge Erträge wurden den nährstoffarmen Böden abgerungen. Eine kleine Schafherde lieferte Wolle und Fleisch. Honig von eigenen Bienenvölkern vervollständigte die „Speisekarte“.
Diesen Lebenstil konnten wir anhand von Bildern, Modellen oder restaurierten Fundstücken bei unserem weiteren Rundgang besichtigen.
Vor etwa 150 Jahren begann auch in diesen abgelegenen Gebieten eine geringfügige Mechanisierung. - Zwei Lokomobile, die den ca. 2,5 m hohen Pflugschar „Mammut“ (Raddurchmesser=4 m) über eine Strecke von ca. 600 m hin- und herzogen, um den Boden urbar zu machen, sind eindrucksvolle Zeugen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. - (Ein klassisches BeispielfürEntwicklung eines Torfstecherdorfes zu einer modernenStadt ist - Papenburg).
Durch den tlw. Jahrhunderte dauernde Torfabbau, die fortschreitende Trockenlegung und die damit einhergehende Besiedlung ist der Bestand einheimischer Großvogelarten, wie Birkhuhn, Brachvogel, Kiebitz u. a. stark zurückgegangen - wenn nicht gar ausgestorben. Seit einigen Jahren
werden zunehmend bisherige Ackerflächen wieder renaturisiert. So führte uns Herr Ritter bei unserer nachmittäglichen Rundfahrt zu einer 2 300 ha großen Moorlandschaft, die - auf holländischem Gebiet - nahe der Grenze neu angelegt worden war. Auch auf deutscher Seite werden solche Maßnahmen in Angriff genommen.
Zwischenzeitlich hatten wir uns im Museumscafé mit einer ausgiebigen Brotzeit kräftig gestärkt. Mit vielen neuen Eindrücken verließen wir das sehr anschauliche Torfmuseum in Hesepe.
Auf der Rückfahrt blieb noch genügend Zeit, im Café der Großgärtnerei „Emsflower“ in Emsbüren (kennengelernt bei Ausflug nach Bourtange, 2010) gemütlich Kaffee und Kuchen zu genießen.
Orthaus
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Besuch des “Feldbahn – Museums 500“, Grubenfahrt, Besichtigung des Iphofener Rigipswerkes und Stadtrundfahrt in Nürnberg
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Gern haben wir die Einladung der Freunde vom „Feldbahn – Museum 500“ aus Nürnberg zum Besuch ihrer Eisenbahnanlage anläßlich des „Tag der offenen Tür“ am Samstag, den 2.7.2011 angenommen. Schon am Donnerstagnachmittag, den 30. 6. 11 sind 12 Mitglieder unserer Vereine auf große Fahrt gegangen, um zusätzlich noch das Anhydritbergwerk der Fa. Knauf in Hüttenheim (ca. 6 km südlich von Iphofen) besichtigen zu können.
Gut gelaunt und bei sonnigem Wetter erreichten wir nach zügiger Fahrt, die nur durch eine halbstündige Vesperpause unterbrochen wurde, kurz nach 19 Uhr unsere Unterkunft. Das Hotel „Zum Roten Ochsen“. in Markt Einersheim bei Iphofen war für eine Nacht unsere Herberge. Nach einem schmackhaften Abendessen schauten wir alle gespannt dem Fußball - WM- Spiel unserer Damennationalmannschaft zu, das sie gottlob letztlich zu ihren Gunsten entscheiden konnten.
Schon frühzeitig ging es weiter zur geplanten Grubenfahrt. Mit Helm, Kittel und einer Taschenlampe ausgerüstet fuhr unsere Gruppe auf einem LKW in die Grube.
Vortrieb durch Bohr- und Sprengarbeit, Sicherungsarbeiten der Firste und Stöße sowie Ladearbeit mittels Radlader und Abtransport des Fördergutes wurde uns in verschiedenen Betriebspunkten gezeigt. Abgebaut werden etwa 5 m der 8 m mächtigen Anhydritlagerstätte in der Keuper- Formation. Die Jahresförderung von z. Zt. 200 000 t wird von 10 Mitarbeiter erbracht und wird zu Fließ- Estrich weiterverarbeitet.
Betriebsleiter Matthias Wulf machte uns in zwei Strecken auf besondere geologische Entdeckungen aufmerksam. In der Firste dieser Strecken sind im Abständen von ca. 80 cm kreisrunde Fußabdrücke mit einem Durchmesser von ca. 20 – 25 cm,und zwar in einer Strecke über etliche Meter, in der anderen über ca. 500 m zu erkennen. Man vermutet, dass es sich um Spuren eines Prosauropodas- Sauriers handeln könnte.
Übertage gab es abschließend nach dem Gedankenaustausch den obligatorischen Bergmannsschnaps und mit der Überreichung eines Gastgeschenkes verabschiedete sich unsere Gruppe.
Nach kurzer Anfahrt wurden wir im Iphofener Rigipswerk empfangen. Auf zwei über 300 m langen Fertigungsstraßen können Rigipsplatten unterschiedlicher Breite, Länge und Beschaffenheit hergestellt werden. Nach dieser Laufstrecke sind die Platten soweit verfestigt, dass sie geteilt werden können. Nach einem intensiven Trocknungsprozess im Ofen werden sie auf die gewünschten Maße geschnitten und für den Versand gebündelt.
Beide Besuche wurden beim gemeinsamen Mittagessen in einer Gaststätte des sehenswerten Städtchen Iphofen ausführlich diskutiert. Gut gestärkt begaben wir uns auf die Reise dem nächsten Ziel entgegen. Unsere Unterkunft in der südlich von Nürnberg gelegenen Stadt Schwabach erreichten wir am späten Nachmittag.
Am Samstagvormittag traf sich unsere Gruppe mit der Stadtführerin Frau Krause- Zimmermann in Nürnberg am ehemaligen Reichsparteitaggelände zur Stadtrundfahrt. Die riesige Halle wurde vom Bus besichtigt; ferner erfuhren wir, dass auf dem 16,5 km² großen Areal neben anderen Monumentalbauten auch ein Stadion für 450 000 Zuschauer geplant war aber nie gebaut wurde. - Der gesamte Komplex der Justizgebäude wurde uns gezeigt. - Ein Teilstück der ersten Eisenbahn Nürnberg – Fürth haben wir befahren. - Auf dem Johannisfriedhof, dem ältesten und daher einzigartigen Friedhof Nürnbergs, standen wir am Grabmal von Albrecht Dürer, dem wohl bekanntesten Bürger der Stadt..
Sehenswürdigkeiten wie Kaiserburg, Germanisches Nationalmuseum und andere Museen, die Hauptkirchen St. Lorenz und St Sebald, Handwerkerhof; Fachwerkhäuser in der Weißgerbergasse oder Weinstadel und Henkersteg haben wir vom Bus aus betrachtet. Die große Rundfahrt endete auf dem Hauptmarkt, dem Christkindlmarkt während der Adventszeit, am „Schönen Brunnen“ mit dem eingeschmiedeten Glücksring im Gitter.– Pünktlich standen wir – mit vielen weiteren Touristen - vor der Frauenkirche, um das „Männleinlaufen“ der Kunstuhr mitzuerleben. Die sieben Kurfürsten erweisen dem Deutschen Kaiser ihre Reverenz.
Doch dann führte der Bus unsere Gruppe aus dem Stadtzentrum hinaus – zum Feldbahn –Museum 500 hin, das sich im südlich gelegenen Vorort Wolkersdorf befindet.
Bei der Ankunft wurden wir als gute alte Bekannte herzlich begrüßt und nach einer kräftigen Stärkung von Herrn Karl- Heinz Rohrwild durch die gesamte Feldbahnanlage geführt. Eingangs stimmen Bilder, Geräte, gut hergerichtete Maschinen und Fahrzeuge die Besucher schon auf die weiteren Sehenswürdigkeiten ein. Über 1000 m Gleise mit der seltenen Spurweite von 500 mm sind in dem weiten Waldgelände verlegt worden. In mehreren Schuppen sind betriebsfertige oder auch reparaturbedürftige Loks bzw. Waggons untergebracht. Nebenan befinden sich die Werkstätten und die Materiallager. Von der kleinsten – nur 2,7 PS starken (?) – bis zu 65 PS starken Akkulok sind über 62 verschiedene Modelle (Diesel-, Fahrdraht-, Akku-, Druckluft- und als Prunkstücke zwei fahrbereite Dampflokomotiven) zu besichtigen. Diese beiden „Dampfrösser“ zogen abwechselnd am heutigen „Tag der offenen Tür“ die Personenzüge mit den begeisterten kleinen und großen Passagieren, wozu wir natürlich auch zählten. – Weltweit sollen von diesen Dampfloks nur noch ca. 20 Exemplare existieren, wusste Herr Rohrwild zu berichten. Die oftmals schrottreifen Fahrzeuge sind europaweit (Deutschland, auch DDR, Österreich, Schweiz, Niederlande, Tschechien, Polen und Russland) zusammengetragen worden. Dies gilt auch für den 450 Stück zählenden Wagenpark.
Bei der über- wie untertägigen Gewinnung von Bodenschätzen ( Sand, Kies, Gestein, Torf oder Erz wurden diese Feld- / Grubenbahnen zum Abtransport des Fördergutes eingesetzt..
Wir verblieben eine lange Zeit, konnten auch oftmals nicht genug anschauen und zuhören und bei vielen wurden Kinderträume wach gerufen. - Mit herzlichem Dank verabschiedeten wir uns letztlich und traten am nächsten Morgen mit vielen neuen Eindrücken die Heimreise an.
Orthaus
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Besichtigung des ehemaligen Regierungsbunkers der Bundesregierung in der Nähe von Ahrweiler sowie Besuch der ehemaligen „Ordensburg“ Vogelsang
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Am Mittwoch, den 29. 6. 2011, hatte die BG Moers eine ausgedehnte Fahrt in die Eifel geplant und so startete die Reisegruppe schon frühzeitig. Für den Vormittag (10 Uhr) war die Besichtigung des ehemaligen Regierungsbunkers der Bundesregierung in der Nähe von Ahrweiler anberaumt.
Da nur eine schmale Straße zum Stolleneingang hinaufführte, mußte der Bus im Tal zurückbleiben. Den meisten Teilnehmern machte der ca. 800 m lange Fußmarsch durch den Weinberg wenig aus; die anderen wurden schnell von herbeigerufenen Taxis hinaufgefahren.
Pünktlich begann die Besichtigung unter der Leitung von Herrn Hartmut Rackow, Mitglied des Heimatvereins Alt Ahrweiler E. V. Dieser Verein hat die Führung durch den streng geheimgehaltenen Regierungsbunker nach der Freigabe für die Öffentlichkeit (1998) übernommen.
Ursprünglich waren es zwei Tunnel von 649 m bzw. 1273 m (Durchschläge im Jahre 1916; Durchmesser 7 m bis 8 m) einer nie fertiggestellten Reichsbahnstrecke „Rhein – Mosel“. Erste Planungen stammen aus Anfang der 50-ger Jahre (z. Zt. des „Kalten Krieges“) und der Umbau begann im Januar 1962.. Es wurde hier für den Krisenfall (gemeint ist wohl – Kriegsfall) ein „Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes“ geschaffen. Der Bundes- präsident, Kanzler, die gesamte Regierung, der Bundestag und das Bundesverfassungsgericht
sowie Manager der Bundesbank und hohe Bundeswehroffiziere konnten hier neben Küchen-, Sanitäts- und sonstigem Personal untergebracht und ca. einen Monat versorgt werden Die gesamte Anlage war über 17 km lang und hat ca.5 Milliarden DM gekostet.
Heute ist nur eine kleine Strecke von 203 m zu besichtigen. Spartanisch (im Stil der 6o-ger Jahre) eingerichtete Wohnschlafräume, einfachste Wasch- und Toilettenräume sowie (aus heutiger Sicht) veraltete Büro- und Maschinenräume brachten die Besucher zum Staunen.
Die Wand- und Deckenstärken betrugen in den Eingangsbereichen bis zu 11 m. Die Eingänge selbst wurden durch 25 t schwere Schleusentore innerhalb weniger Sekunden maschinell geschlossen. Dahinter befanden sich die Dekontaminierungsanlagen, wo sich verseuchte Personen säubern konnten und ihre Kleidungen entsorgt wurden.
Nach ca. 2 Std. endete der sehr interessante Rundgang durch den unterkühlten (12 C°) Restregierungsbunker.
(Quelle: Der Regierungsbunker im Ahrtal und seine Geschichte)
Nun ging es quer durch die Eifel (bei Regenwetter und dazu auch mal auf Umwegen) dem zweiten Ziel, der ehemaligen „Ordensburg“ Vogelsang entgegen. Trotz Verspätung gab es aber noch ein Mittagessen – Mit einem geschichtlichen Rückblick leitete Frau S. Weber die Führung durch das riesige Areal ein.
Zur Ausbildung von Führungskräften für die Nationalsozialistische Arbeiterpartei (NSDAP) wurden ab1934 in Deutschland drei „Ordensburgen“ gebaut, in Pommern am Crössinsee, im Allgäu bei Sonthofen und hier in der Nordeifel. Eine vierte Schulungsburg war in Ostpreußen bei Marienburg geplant aber nicht erbaut worden. Unter der Leitung von Robert Ley, dem Organisationsleiter der NSDAP wurden diese Projekte erstellt.
Südlich der Urfttalsperre wurden auf Bergeshöhe in 2 Jahren alle Wohn-, Schulungs-, Versorgungsgebäude und großzügige Sportanlagen (Sportplatz, Sporthalle und Hallenbad) der Ordensburg Vogelsang für 500 spätere Parteiführer erbaut. In einem 2. Bauabschnitt entstanden für nochmals 500 junge Kandidaten weitere Wohnhäuser sowie eine Burgschänke.
Einzige Auswahlkriterien für die Aufnahme in diese „Eliteschule“ waren: Die jungen Männer mussten kerngesund, verheiratet, „ganze Kerle“ und arischer Abstammung sein. - Nach Zeugnissen oder Berufsausbildung wurde nicht gefragt!
Die Gebäude, die wir beim Rundgang in Augenschein nehmen konnten, zeugen von einem übertriebenen Gigantismus der damaligen Zeit und können manchem schon Furcht einflößen. Die Unterkünfte sind teilweise im 2. Weltkrieg zerstört bzw. später abgetragen worden.
Bis Ende 2005 wurden Gebäude und Terrain von Belgischen Natosoldaten militärisch genutzt. - Im Jahre 2008 ist die „Vogelsang ip gemeinnützige GmbH“ gegründet worden und
z. Zt. laufen Planungen und Umbauten zum neuen „Forum Vogelsang“.
(Quelle: Vogelsang.Im Herzen des Nationalparks Eifel. Ein Begleitheft durch die ehemalige NS- Ordensburg.)
Fazit: Interessant, dennoch zum Widerspruch geeignet!
Orthaus
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Besichtigung des Bergbaumuseums in Bochum
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Das Bergbaumuseum in Bochum, das weltweit wohl zu den bedeutensten seiner Art zählt, haben wir RDB- Kameraden am 13. 4. 2011 wieder einmal besichtigt. Es war ein willkommener Anlass, nicht nur das altbekannte und vielfältige Kaleidoskop des ehemaligen bergmännischen Berufslebens wiederzusehen sondern auch die vielen Neuentwicklungen der letzten Jahre in allen Fachbereichen kennenzulernen.
Die meisten der mitgereisten Ehefrauen kannten das Museum ebenfalls von früheren Besuchen.
Der ca. einstündige Rundgang führte uns durch eine Kunstausstellung, in der bergbau- bezogene Wertgegenstände des Mittelalters bis in die Neuzeit zu betrachten waren.
Leuchter, Pokale, Gefäße und Häckel waren aus Silber ebenso kunstvoll gefertigt wie aus Elfenbein geschnitzte Figuren oder Eßservices und andere Ziergegenstände aus edlem Meißener Porzellan. Leider war die Sonderausstellung anläßlich des 750- jährigen Bestehens der Bergbruderschaft (Knappschaft) schon wieder abgebaut
In der geologischen Abteilung wurde alter Lehrstoff wieder aufgefrischt bzw. aus allen Erdteilen zusammengetragene Mineralien und andere Funde verschiedener Zeitalter bewundert.
In den nächsten Räumen war Bergbautechnik ausgestellt. Dort wurde den Ehefrauen fachmännisch sämtliche Strecken- und Strebausbauten sowie die unterschiedlichen Gewinnungsmaschinen erklärt.
Die Zeit bis zur nächsten Führung konnte jeder auf seine Weise nutzen. Einige besichtigten weitere Hallen; andere befuhren das 2,5 km lange Schaubergwerk, wo der hiesige Steinkohlenbergbau in 16 Themengebieten dargestellt wird. Abbauhammer und Grubenpferd standen für den Bergbau unserer Großväter. Riesige Walzenschrämlader, verbunden mit modernem Schildausbau, oder Tunnelbohrmaschinen verkörperten die Neuzeit. – Und die letzte Gruppe erfrischte sich in der Caféteria.
Es folgte eine Besichtigung des montanhistorischen Dokumentationszentrums. In seinem Vortrag erläuterte Dr. Przigoda die Größe und Aufgaben dieser Abteilung.
Im Laufe der Jahrzehnte haben sich im Archiv Akten, Zeichnungen, Bilder und Filme von ca. 5 km Länge angesammelt. Diese ca. 300 verschiedenen Aktenbestände stammen aus 150 Nachlässen und sind teilweise über 200 Jahre alt. (Unterlagen über Erze, Stein- und Braunkohle aus Ende des 18. Jahrhunderts)
Nach der Sichtung und Auswertung werden die Dokumente fototechnisch registriert und fachgerecht für die spätere Zukunft archiviert. – Die Ergebnisse dieser umfangreichen Bearbeitungen werden ständig in Buchform, Vorträgen und Filmen der Öffentlichkeit vorgestellt.
Nach einem schmackhaften Menue im Restaurant „Orangerie“, im Bochumer Stadtpark gelegen, traten wir die Rückreise an. - Den Organisatoren sei herzlich Dank gesagt.
Orthaus
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Veranstaltungen und Reisen 2010
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Besuch der Merkez - Moschee und Eisrevue „Holiday on Ice“
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Zum Ende der diesjährigen Reisesaison veranstaltete die BG Moers zwei Halbtagstouren.
Die erste fand am 25. November 2010 statt und führte uns nach Duisburg - Marxloh, wo wir zum Besuch der Merkez - Moschee angemeldet waren. Dort begrüßte uns ein junger Student, der uns in die Sitten und Gebräuche einweihte, ehe wir den Gebetsraum (ohne Schuhwerk) betreten durften. Bevor er ausführlich über Bau und Ausstattung dieser größten Moschee Deutschlands informierte, erwähnte er kurz, dass die Gemeinde im Jahre 1984 gegründet wurde und jetzt ca. 800 bis 1000 Mitglieder zählt. –
Mit der Planung der Moschee wurde 2004 begonnen und nach einer relativ kurzen Bauzeit im Herbst 2008 feierlich eingeweiht. Insgesamt 19 Kuppeln bedecken das Gebäude, wobei die größte einen Durchmesser von 13 m misst. Das Minarett ist mit 34 m Höhe bewußt niedriger gehalten als der Kirchturm der nahe liegenden, katholischen Kirche. Außerdem hat er keinerlei Funktionen. Hier ruft der Muezzin von außen in den im Erdgeschoß liegenden Gebetsraum hinein. - Dieser bietet ca. 1000 männlichen Gläubigen Platz, während auf der Empore für 300 bis 400 Frauen Raum ist. Im Kellergeschoß befinden sich Gruppenräume für Jugendliche und Senioren sowie ein Vortragssaal, eine Cafeteria und natürlich die Sanitärräume. Alles summiert sich auf 2750 m² Gesamtfläche. – Auf insgesamt 7,5 mio € beliefen sich die Baukosten (4,3 mio. € Spenden für die eigentliche Moschee und 3,2 mio. € öffentliche Mittel für die Begegnungsstätten).
Der Gebetsraum ist mit kostbaren Dingen ausgestattet. Edle Hölzer sind für die nach Mekka ausgerichtete Gebetsnische und das Podium verarbeitet worden. Der 730 kg schwere Kronleuchter (geschätzter Durchmesser ca. 6 – 7 m), in den die 99 Namen Gottes eingraviert sind, ist zudem mit Blattgold verziert. Der Teppich, mit dem der gesamte Raum ausgelegt ist, ist ein Geschenk der türkischen Partnerstadt.
Bekanntlich sind in Moscheen keine Bilder gestattet. Statt derer sind überall kunstvolle, abstrakte Malereien zu sehen, die überwiegend in den Farben Rot und Blau gehalten sind. Rot ist das Symbol für die Erde und Blau für den Himmel. – Symbolisch ist auch die Transparenz der großen Parterrefenster gemeint. Damit soll für alle Menschen die ungehinderte Durchsicht von außen nach innen – aber auch in umgekehrter Richtung – gewährleistet werden.
Im Eingangsbereich wurde uns eine besondere elektronische Uhr erklärt, die neben der Tageszeit genau die fünf Gebetszeiten anzeigen. Diese Zeiten werden täglich nach dem örtlichen Sonnenaufgang und –untergang neu berechnet
Nach der Besichtigung des Untergeschosses fand im Vortragssaal eine lebhafte Frage- und Antwortstunde über allgemein – aber auch nur speziell interessierende Themen statt.
Mit einem bergmännischen Gastgeschenk verabschiedeten wir uns von dem jungen Mann - und fuhren einige Kilometer weiter zum Walsumer Brauhaus, wo schon der Abendtisch gedeckt war. Nach einem guten Essen und ein paar Glas Bier bzw. Mineralwasser ging es - um einige neue Eindrücke reicher – heimwärts.
Die zweite Halbtagstour am 2. Dezember 2010 begann mit einem Abendessen. Unser Ziel war eine Vorstellung der Eisrevue „Holiday on Ice“ in Dortmund. Vor der Sportveranstaltung konnten wir im Westfalenhallen- Restaurant köstliche Speisen eines üppigen Buffets genießen.
Vom Restaurant gelangt man bequem durch einen kurzen Kellergang in die Halle. Wir waren pünktlich vor Ort, konnten uns sehr gute Plätze aussuchen und ein Fernsehteam bei den Vorbereitungen für eine geplante Aufzeichnung beobachten.
Beim Start der neu konzipierten Show „Festival“ wurde das Publikum – wie immer – von einem die gesamte Farbpalette umfassenden Lichtermeer überflutet. Die komplette Mannschaft der Eisläuferinnen und –läufer stellte sich in ihren verschiedenen Phantasiekostümen vor. Alle sprangen oder wirbelten über die Eisfläche, ohne dass es - trotz der Vielzahl - zu Kollisionen kam.
Die Geschichte der Show ist schnell erzählt. In vielen unterschiedlichen Lebensbereichen werden fröhliche aber stets anders geartete Parties gefeiert. – Ob es die Eingangsparty, die Erinnerung an die Eistanz- Tradition bzw. des Konzertpianisten an sein altes Klavier, der Geistertanz in der Unterwelt, das Treiben der Meeres- Sirenen über oder auch unter Wasser mit Fabeltieren der Tiefsee (insgesamt sieben Szenen) waren, über allem und jedem schwebte als Sinnbild ein gewaltiger, farbenprächtiger Wirbelwind. Selbstverständlich traten alle Akteure bei jedem neuen Bild in anderen bunten Kostümen auf. – Und nach der Pause folgten mit Karneval in Venedig, begeisternder Flugakrobatik in „Circles of love“, tierischen Märchenfiguren (à la „König der Löwen“) oder mit dem meisterlich getanzten Bolero sowie mit den beiden Höhepunkten „Festival of Light“ und „Rainbow Fesival“ zum Finale weitere sechs spektakuläre Auftritte.
Die Show mit ihren vielen abwechslungsreichen und farbenprächtigen Bildern und mit angenehmer Musik begleitet fand beim Publikum große Zustimmung. Mit wohlverdientem Beifall wurden alle Akteure für ihre ausgezeichneten Leistungen verabschiedet.
Mit allen guten Wünschen für das kommende Weihnachtsfest und einen eben solchen Übergang ins Neue Jahr „entließ“ Manfred Stratenhoff auf der Rückfahrt die Reisegruppe – bis zum nächsten Treffen im Januar 2011.
Orthaus
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4. Baden – Württembergischer Bergmannstag in Heilbronn
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Vom 30. 7. bis 2. 8. 2010 waren 14 Mitglieder der BG Moers / Fördergemeinschaft für Bergmannstradition Linker Niederrhein mit ihren Frauen zum Besuch des 4. Baden – Württembergischen Bergmannstages und des 125- jährigen Jubiläums des Bergmannvereines „Glückauf“ von unseren dortigen Kollegen aus dem Salz nach Heilbronn eingeladen.
Schon beinahe traditionsgemäß wurde bei einer Rast unserer Gruppe von zwei Geburtstags- „kindern“ ein zweites Frühstück serviert, das wir uns mit nachträglichen Glückwünschen und einem herzlichen Dankeschön gut schmecken ließen.
Dann ging die Fahrt zügig weiter und gegen 13:30 Uhr hatten wir das erste Ziel erreicht. Für ca. 2,5 Std. hatte jeder die Möglichkeit, einige Abteilungen des Auto & Technik Museums in Sinsheim zu besichtigen. Den größten Ausstellungsplatz benötigten die zahlreichen Flugzeuge – allen voran die Concorde und die russische Tupolew.
Bei den Eisenbahnen waren mehrere alte Dampfschnellzugloks, eine schweizerische und eine österreichische E- Lok „Krokodile“ sowie weitere Dampf-. Diesel- und E- Rangierloks ausgestellt.
Die Entwicklung von der ersten Draisine über die ständig verbesserten PKW- Modelle bis zu modernsten Turbo- Rennwagen war im Bereich „Straßenverkehr“ zu sehen. Für die Zweiradindustrie gilt dies gleichermaßen.
Auch zahlreiche Kriegsgeräte (Panzer, Kanonen, usw.) unterschiedlicher Hersteller und Nationen waren zu besichtigen.
Im Nu war die vorgegebene Zeit verflogen und weiter ging die Fahrt - dem Tagesziel entgegen. Für die nächsten Tage war unser Quartier die oberhalb von Neckarzimmern gelegene Burg Hornberg (auch als ehemaliger Wohnsitz des Ritters von Berlichingen bekannt).
Dazu eine Betrachtung unseres Mitglieds Hans – Jürgen Bertram:
Wie bereits angedeutet, ist unser Ziel der festliche Besuch bei unseren Kollegen des Salzbergwerkes Heilbronn, die das Jubiläumsfest ihrer bergmännischen Arbeitsstätte feiern wollen. Da kommt man natürlich nicht an der in der Nähe liegenden Burg des damaligen Ritters von Berlichingen vorbei, vor allen Dingen, weil wir hier einige Tage als Hotelgäste verbringen werden! Wenn man dann auch noch im Restaurantbereich die an der Wand ausgehängte eiserne Hand immer wieder ansieht, dann sollte man sich an eine kurzgefaßte Information aus der „Nachschlage- Literatur erinnern. Im Brockhaus- Lexikon steht darüber knapp beschrieben: „Götz von Berlichingen, fränkischer Reichsritter, geboren 1480 in Jagsthausen (Landkreis Heilbronn), gestorben am 23. 7. 1562 auf Burg Hornberg (heute zu Neckarzimmern, verlor 1504 im Landshuter Erbfolgekrieg die rechte Hand, die durch eine eiserne ersetzt wurde. Im Bauernkrieg 1525 übernahm er nur gezwungen die Führung des Neckartal- Odenwälder Haufens, verließ die Bauern aber vor der Entscheidungsschlacht (Königshofen, 2. 6. 1525). Sein Lebensbericht (1560, herausgegeben 1731) diente Goethe als Quelle für sein Drama „Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand“(1773). Ob die sogenannten „unflätigen“ Worte, die er seinem Kontrahenten widmete, tatsächlich fielen, ist nicht genau nachzuweisen. Allerdings führte man aber zu jener Zeit, - auch gerade in Ritterrunden – eine sehr derbe Umgangssprache. Sein oft zitierter Ausspruch scheint also doch realistisch zu sein:
... ... ... „so sage er seinem Herrn, er könne mich mal a. A. l.“ ... ... ... (am Arm lenken ... ?...)
Wir jedoch verbrachten beim gemeinsamen Essen mit unseren Heilbronner Kollegen und ihren Damen einen langen Abend bei guten Gesprächen.
Zeitig brachte uns der Bus am nächsten Morgen zum Salzbergwerk Heilbronn, das an diesem Tag für alle Besucher seine Tore geöffnet hatte. Mit allen Informationen für die geplanten Veranstaltungen versehen verzichteten wir auf eine Grubenfahrt und entschieden uns für eine Besichtigung eines modernen Salzfrachters im nahegelegenen Werkshafen.
Danach genossen wir bei einem Imbiß und einem kleinen Bummel durch das Stadtzentrum den herrlichen Sommertag. - Gegen 18.00 Uhr trafen sich die aus allen Regionen angereisten Knappenvereine (ca. 1 100 Mitglieder, in unterschiedlichen, oft farbenprächtigen Bergkitteln gekleidet) mit Freunden und geladenen Ehrengästen zum Festabend in der Stadthalle „Harmonie“. Nach etlichen Grußworten und dem Abendessen folgte das Tanzvergnügen in geselliger Runde. Mit dem bergmännischen Zapfenstreich, dem Mitternachtsschrei und dem Glückauflied endete die Veranstaltung.
Am Sonntag galt es, sehr früh aufzustehen, um pünktlich vor dem Beginn des ökumenischen Gottesdienstes in der Kilianskirche einen Platz gefunden zu haben. Der feierliche Einzug von 29 Vereinsfahnen, beidseitig flankiert durch den saarländischen Knappenchor, wurde musikalisch begleitet durch die Bergmannskapelle Heilbronn.
Anschließend begab sich die gesamte Festgemeinde zum Mittagessen wiederum in die nahegelegene Stadthalle. Dort überraschten die Kapelle und Trachtengruppe „Siederhof“ (ca. 35 Musiker(innen) und 10 Tanzpaare) aus Schwäbisch Hall mit hervorragend dargebrachten Vorträgen, die das aufmerksame Auditorium mit standing ovations belohnte. Bald darauf war es für die 58 teilnehmenden Vereine (mit ca. 1 100 Mitgliedern) an der Zeit, sich für die Bergparade am Theaterplatz aufzustellen. Gegen 14 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung. Er führte durch die Innenstadt zum historischen Rathaus, wo jede Gruppe persönlich (nach Herkunft, Mitgliederzahl, Aktivitäten usw.) begrüßt wurde. Unterwegs gab es von den zahlreichen Zuschauern viel Zuspruch und Applaus. Nach ca. 2,5 km schweißtreibendem Fußmarsch endete die Bergparade um 16:30 Uhr im Festzelt auf der Theresienwiese, wo – ob der hochsommerlichen Temperatur – das erste Bierglas in einem Zug geleert wurde. - Wie lange noch einzelne Gruppen dort „tagten“, ist nicht bekannt. - Wir jedenfalls verbrachten den Abend in Sichtweite „unserer“ Burg Hornberg.
Uns Bergleuten war es schon früher nicht verborgen geblieben, dass sich unterhalb der Burg ein Stollen befand. Auf Vermittlung unserer Heilbronner Freunde konnten wir am nächsten Morgen das ehemalige Gipsbergwerk besichtigen, das heute von der Bundeswehr in zwei Sektionen (allgemeine Güter und Waffen bzw. Waffenteile) als Lager genutzt wird. Unsere Befahrung fand verständlicherweise in der Sektion Nr.1 statt.
Das 35 km lange Streckennetz wird mit einem hoch modernen Bewetterungssystem ständig auf 20 ° C klimatisiert. Die Querschnitte der Kammern, Fahrstrecken und Arbeitsräume sind ausgemauert bzw. in Schalbeton erstellt und fast taghell erleuchtet. Elektrofahrzeuge transportieren die Materialien zu ihren Bestimmungsorten. - Es ist ein modernes, untertägiges Supermagazin!
Wieder übertage bedankten wir uns für die interessante Führung, um dann zügig den Bus zu besteigen. Dort konnte uns die heranziehende Regenfront nichts anhaben. - Bei Sonnenschein legten wir in Speyer eine 2,5 std. Pause ein, um den Dom und die Altstadt zu besichtigen sowie einen Imbiss einzunehmen. – Dann ging es Richtung Heimat und damit endete eine erlebnisreiche 4- tägige Fahrt.
Orthaus
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Heeresfliegerwaffenschule in Bückeburg
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Neben dem Thema „Bergbau“, das ständig bei unseren Reisen in irgendeiner Form Berücksichtigung findet, stand für die Fahrt der 19 Mitglieder der BG Moers am
18. 6. 2010 ein weiterer, interessanter Punkt auf dem Programm. Auf Anregung unseres Mitglieds Dieter Schulze – Elvert besuchten wir in Bückeburg die Heeresfliegerwaffenschule. Schon vor 6 Uhr startete der Bus, um auch ja rechtzeitig in der Schäferkaserne einzutreffen. Dort wurden wir vom Sohn unseres Kameraden empfangen, der uns anschließend mit weiteren Offizieren zur offiziellen Begrüßung durch Major Abendschein in den Vortragssaal begleitete. Dann berichtete dieser, dass diese Schule – 1959 in der Eifel aufgestellt – schon im nächsten Jahr nach Bückeburg zum Flugplatz Achum verlegt wurde. Eine zweite Ausbildungsabteilung ist in der Jägerkaserne – ebenfalls in Bückeburg – und eine dritte in Celle stationiert Ein viertes Ausbildungszentrum befindet sich in Le Luc (Südfrankreich)
Soldaten, die die umfangreichen Eignungsprüfungen bestanden haben, werden hier zu Hubschrauberpiloten ausgebildet, wobei die jeweiligen Standorte unterschiedliche Aufgaben erfüllen bzw. an anderen Hubschraubertypen ausbilden. Alle vier Ausbildungsstätten (einschl. der Piloten) sind dem Heer unterstellt und haben die Aufgabe, dessen Luftbeweglichkeit und Luftmechanisierung zu gewährleisten.
Die Luftwaffe hat für ihr fliegendes Personal eigene Ausbildungszentren.
Im Jahre 2009 wurden in >300 Lehrgängen 2 500 Piloten (innen) ausgebildet. Jeder Teilnehmer absolviert >200 Flugstunden (50 % im Simulator, 50 % im Fluggerät); und die Kosten für die Grundausbildung betragen ca. 0,5 mio €. Für die Weiterbildung fällt nochmals eine größere Geldsumme an. - Eine Flugstunde kostet ca. 6 000 bis 7 000 € und eine Übungsstunde im Simulator beläuft sich noch auf ca. 900 €.
Nach einer „Fragestunde“ bedankten wir uns mit einem kleinen Erinnerungsgeschenk für den interessanten Vortrag und besichtigten die Steuerstände einiger Simulatoren. Ein Betreten oder gar „Mitfliegen“ darin war schon deshalb unmöglich, weil alle Geräte besetzt waren. - In den Wartungshallen wurden uns die Funktionen der Hebel und Instrumente sowie das Flugverhalten eines Hubschraubers erklärt. Viele technische Fragen wurden bereitwillig beantwortet: u.a. der Rotor dreht mit 400 U /min; Verbrauch = 180 kg / h bei 120 km / h; Leistung = 1 200 PS
Abschließend stärkten wir uns in der Kantine mit einem guten Mittagessen.
Nach kurzer Fahrstrecke erreichten wir das am Stadtzentrum gelegene Schloss Bückeburg, der Hauptsitz der Fürsten zu Schaumburg-Lippe. Dieses sehr gut erhaltene Renaissance- Schloss wird heute noch in Teilen von Fürst Alexander und seiner Familie bewohnt. Der andere Teil ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Diesen Bereich haben wir im „Schnelldurchgang“ besichtigt, da kaum jemand das schon bald beginnende WM- Spiel Deutschland : Serbien verpassen wollte. Eine Gaststätte wurde ausgemacht, in der ein Fernsehgerät aufgestellt war.
Diesmal siegte der Sport über die Kultur; doch Deutschland verlor bekanntlich 0 :1.
Enttäuscht über das Ergebnis, das Spiel und vor Allem über die Schiedsrichterleistung versammelte sich die Truppe im Bus, um das nächste Ziel anzusteuern. Dies war – wie konnte es anders sein – (siehe eingangs) die Befahrung der Grube Nammen der Barbara Erzbergbau GmbH.
Wie unter Altbekannten üblich wurden wir durch den Betriebsleiter, Herr Florian Garbe, freundschaftlich begrüßt. Ausführlich erklärte er uns das Grubengebäude, die Lagerstätte und das Abbauverfahren.
Das Erz (Oolith, Klippenflöz 16 % Fe) ist mit einer Neigung von ca. 20 Gon abgelagert und hat eine Mächtigkeit von 15 – 30 m. Das Klippenflöz ist durch eine mehrere Meter mächtige, wasserhemmende Schicht überlagert.
Die Gewinnung im Kammer- Pfeilerbau erfolgt durch Sprengtechnik. Die Kammern erreichen eine Länge von 200 m, eine Breite von 9 - 10 m und eine Höhe von 15 – 17 m. Die 7 m breiten Pfeiler werden nach ca. 25 bis 35 m Länge durch ca. 7 m breite Querhiebe durchörtert. Nach dem Abbau der Oberbank erfolgt die Hereingewinnung der Strossen.
Die Förderung geschieht gleislos mit Ladern und LKW´s.
Verwendung findet das gewonnene Erz als Schotter im Straßenbau, in der Bauindustrie bzw. im Landschaftsbau. - Für die Eisen- und Hüttenindustrie ist es nicht mehr interessant.
Nach Beendigung des Abbaus wird Versatz in die Kammern eingebracht. Reststoffe aus der Umwelttechnik, wie Gipse, verschiedene Aschen und andere Rückstände werden mit Bindemitteln und Wasser als Versatz verwendet. Dieses Verfahren wird durch mehrere Behörden ständig überwacht.
Mit diesen Informationen ausgerüstet ging`s in die Kaue, um grubentaugliche Kleidung überzustreifen, Stiefel / Schuhwerk anzulegen sowie Helm und Lampe zu fassen. Der erste Trupp hatte kaum im Kleinbus Platz genommen, begann die etwas holprige Befahrung die lange Rampe hinab dem Abbaubetriebspunkt entgegen. - Trotz der soeben gehörten Informationen ist man dennoch beim Anblick der Kammern über deren Dimensionen überrascht.
Während der zweite Trupp die Grube befuhr, war für die anderen reichlich Zeit, die Tagesanlagen zu besichtigen.
Mit einer Aussprache, einem herzlichen Dankeschön für das Erlebte und einem Bergmannsschnaps - verbunden mit dem Steigerlied - endete die Befahrung der Grube Nammen.
Erst kurz vor Mitternacht trafen wir zuhause ein. - Allen Verantwortlichen sei nochmals Dank gesagt.
Orthaus
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„Vesting (Festung) Bourtange“
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Bei schönem Frühlingswetter startete die BG Moers am 22. April 2010 in die diesjährige Reisesaison. Für die 25 Teilnehmer hieß es früh aufzustehen, denn schon kurz nach 6 Uhr begann die Fahrt ins Emsland. Bei einer kleinen Pause stärkten wir uns durch ein zweites Frühstück für die erste Besichtigung.
Dies war die kurz hinter der Grenze gelegene niederländische „Vesting (Festung) Bourtange“. Unter der Führung eines mittelalterlich gekleideten Soldaten schritten wir die etwa 1 km lange - mit alten Feldsteinen gepflasterte und daher holprige - Zufahrt dem Festungsdorf entgegen. Mit einem ca. 20 minütigen Film wurde uns die bewegte Geschichte dieser Verteidigungsanlagen nähergebracht.
Im Jahre 1580 gab Prinz Willem von Oranje den Auftrag zum Bau einer Schanze mit fünf Bastionen, um den spanischen Eroberern, die damals die friesische Stadt Groningen besetzt hielten, den Versorgungsweg zu blockieren. Inmitten eines ausgedehnten Moorgebietes erbaute man die Festung auf einem erhöhten, zwei Ochsenkarren breiten Sandrücken („Tange“ = Sandrücken, der vom Bour (Bauer) als Fahrweg genutzt wurde). Lang dauerte die Belagerung; doch nach Fertigstellung 1593 fiel auch die Stadt und ging wieder in niederländischen Besitz über.
Bourtange wurde über Jahrhunderte ständig erweitert und verstärkt, bis die Festung durch die veränderte („moderne“) Kriegsführung ihre Funktion verlor. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich durch Ansiedlungen ziviler Bevölkerung Landwirtschaft und Handel. Doch etwa um 1950 bis 1960 endete auch diese Epoche, so dass die zuständige Gemeinde die Festung Bourtange nach Bauplänen von 1742 (größte Ausdehnung) als Sehenswürdigkeit rekonstruieren ließ.
Beim Rundgang erfuhren wir von „unserem Soldaten“ etliches über „de baracquen“ (Baracken der dort stationierten Soldaten), „Kapiteinswoning“ (Hauptmannswohnung) oder das große Pulverlager, in dem 45 000 Pfund Schießpulver gelagert waren. Dies diente als Treibmittel für die 6, 12 oder gar 24 Pfund schweren Kanonenkugeln. Mit 2 - 3 kg Pulver konnte eine 24 Pfund Kugel ca. 3 km weit geschossen werden. – Makaber war die Vorstellung, gefesselt auf dem spitzen Rücken des „Hölzernen Pferdes“ sitzen zu müssen und zusätzlich noch mit Gewichten an den Füßen beschwert zu sein, wozu Verräter oder Feinde bestraft wurden. – Der Festungskomplex umfasst insgesamt mehr als 30 Gebäude, in denen neben Museen, auch Geschäfte, Restaurants und Logiermöglichkeiten untergebracht sind. Einige werden auch als Privatwohnungen genutzt.
Am späten Vormittag war der erste Teil - der Ausflug ins Mittelalter – zu Ende. Nach einer kürzeren Fahrt erreichten wir dann die Großgärtnerei „Emsflower“ vor den „Toren“ des Ortes Emsbüren. Bevor wir uns jedoch auf die längere Besichtigungsrunde durch Europa`s größten Beetpflanzenanbau begaben, nahmen wir erst im hauseigenen Restaurant das vorbestellte Mittagsmahl ein. Pünktlich stellte sich danach Frau Agnes Kohne als unsere heutige Führerin durch den Erlebnispark vor. Zuerst berichtete sie vom Werdegang dieser Großgärtnerei – verbunden mit der Familiegeschichte seines Eigentümers. - Hier nur ein kurzer Abriss der Geschichte: Der 18 –jährige Sohn Bennie der niederländischen Gärtnerfamilie Kuipers hat während seines Amerikaaufenthaltes den modernen Pflanzenanbau in Massenproduktion kennengelernt. Er überzeugte die großen Supermarktketten von seiner Idee, seine Topfblumen in ihren Märkten zu verkaufen. Massenproduktion für die neuen großen Absatzmärkte hatten Kosteneinsparungen und niedrigere Preise zur Folge. Wegen des großen Erfolges wurden seine Betriebe erweitert bzw. neue gegründet.
Im Jahre 2004 wurde hier in Emsbüren mit dem Bau des größten Gartenbaubetriebes auf einem
100 ha großen Grundstück begonnen. Auf Grund des großen Interesses erfolgte die Erweiterung zum Erlebnispark mit Restaurants und Kinderspielplatz. Heute ist eine 26 ha große Fläche unter Glas. Es werden jährlich ca. 500 mio. Pflanzen produziert und in der Hauptpflanzzeit überwiegend an Wochenenden von mehr als 300 LKW`s zu Märkten in ganz Europa abtransportiert. Bis zu 1000 Besucher werden täglich erwartet. Und dies alles machen rd. 100 fest angestellte Mitarbeiter und saisonbedingt weitere 100 Beschäftigte möglich. - Damit genug der Zahlen.
Beim Rundgang durch die unterschiedlichen Anbaubereiche sahen wir Tomatensträucher, deren Triebe im Endstadium bis zu 15 m lang / hoch werden. Verschiedene Paprikasorten, Gurken- und Auberginenpflanzen genießen ebenfalls die fachmännische und wissenschaftliche Betreuung. Die der Blütenbestäubung dienenden, nützlichen Insekten sind direkt in den Anpflanzungen angesiedelt und Schädlinge werden durch deren natürliche Feinde „bekämpft“.
Unzählige Arten von Fuchsien und Anthurien werden hier gezogen sowie Rosen und etliche Sorten der hochempfindlichen Gerbera, deren Blüten nie abgeschnitten - sondern nur vorsichtig abgedreht - werden dürfen, gedeihen hier prächtig.
Im eigenen, mit Holzabfällen betriebenen Kraftwerk wird die notwendige Energie für die gesamte Anlage erzeugt.
In der Halle mit tropischem, trockenen Klima waren Palmen, Kakteen, Aloeveren und Agaven u. v. m. zu besichtigen. Orangen-, Zitronen- und Olivenbäume standen in Blüte bzw. trugen Früchte. Über letztere wusste Frau Kohne zu berichten, dass diese mit zunehmendem Alter immer ertragreicher sind und etwa 2000 Jahre alt werden können.
In der Abteilung mit feuchtem Klima fühlte man sich in den Dschungel versetzt. Ein Dickicht von Pflanzen und Bäumen säumte den Weg, und die Bananenstauden hatten unterhalb der Blüte kleine Früchte angesetzt. – Ara- Papageien, eine Voliere mit Kleinvögeln und ein Teich mit Koi- Fischen komplettierten die „Urwaldlandschaft“. - Alle Stecklinge dieser Tropengewächse stammen aus der Kuipers- Plantage in Tansania.
Ein abschließender Blick in die Produktionshalle zeigte die Zusammenstellung von Lieferaufträgen bzw. auf der anderen Seite das fließbandmäßige Umtopfen junger Pflanzen.
Mit dem Dank an unsere Führerin für ihren lockeren Vortrag und nach einer Verschnaufpause
(z. T. mit Kaffee und Kuchen) beendeten wir einen erlebnisreichen Tag und machten uns auf den Heimweg. - Auch den Organisatoren sei ebenfalls herzlich Dank gesagt.
Orthaus
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Jahresfest 2010 der BG Moes
Fast im „Familienkreis" fand am 24. Oktober 2010 das Jahresfest der BG Moers im „Wellings Parkhotel" in Kamp – Lintfort statt. Vor Beginn der Veranstaltung im festlich geschmückten Saal wurden im Foyer allen Teilnehmern verschiedene Begrüßungsgetränke angeboten und den Damen als Präsent eine Schachtel süßer Köstlichkeiten überreicht.
Herzlich begrüßte Manfred Stratenhoff die RDB- Kameraden mit ihren Damen – insbesondere die Jubilare unter ihnen. Ebenso herzlich hieß er Silvo Magerl, unseren Vorsitzenden des BV Niederrhein, willkommen. – Grund für die neue Gestaltung unseres Festes in kleinerem Rahmen ist der Schrumpfungsprozess, der auch vor unserer Vereinigung nicht Halt gemacht hat. - Und deshalb hätten wir hier und heute ein „Heimspiel", war sein Kommentar.
Besonders an die Jubilare gewandt erinnerte Manfred Stratenhoff an die rasante technische Entwicklung des Deutschen Steinkohlenbergbaus in den letzten vier Jahrzehnten und die daraus resultierenden Ergebnisse. Es entstanden leistungsfähige Großschachtanlagen. - Und sie, meine sehr geehrten Jubilare, haben mit ihrem Pflichtbewusstsein und ihrer Arbeitskraft dazu beigetragen.
Ein zweites, aktuelles Thema, die Sicherheit untertage, konnte nach der erst kürzlich erfolgten Rettung der 33 chilenischen Bergleute nicht unerwähnt bleiben. (Übrigens die Bohrkronen wurden von der Firma Wirth aus Erkelenz geliefert). – Es ist sehr bemerkenswert, dass Deutschland in Fragen der Grubensicherheit und der Bergbautechnologie an der Weltspitze liegt. Dazu noch zwei Hochleistungen deutscher Bergbautechnik.
1.) In diesen Tagen erfolgte der Durchschlag des ersten Gotthardbasistunnels mit der Vollschnittmaschine der Firma Herrenknecht aus Schwangau, Schwarzwald.
2.) Ein Steinkohlenbergwerk in Westpolen erzielte mit 16 894 t /d m mit einer automatisierten Bucyrus Hobelanlage einen Förderweltrekord. Streblänge = 250 m, Schnitthöhe = 1,5 m, Abbaufortschritt = 21, 6 m / d in 10,5 Betriebsstunden. (RDB- Zeitschrift „ bergbau", Nr. 10 / 441
Bevor Manfred Stratenhoff jedoch die Jubilare auf die Bühne rief, erinnerte er noch an ein für Bergleute bedeutendes Jubiläum. Die Knappschaft wird in diesem Jahr 750 Jahre alt. In Goslar, am Rammeisberg, wurde am 28. 12. 1260 die erste Bergbaubruderschaft mit dem Hinweis auf die Sozialfürsorge für Bergleute gegründet. Sie ist heute in der modernen Unternehmensstruktur „Knappschaft Bahn See" die älteste Sozialversicherung der Welt.
Dann ehrte er gemeinsam mit Silvo Magerl folgende Jubilare:
für 25 Jahre RDB- Mitgliedschaft: Paul Janßen und Thomas Stüning
für 35 Jahre Bergbau: Dzevat Hallac, Jürgen Saborowski und Volker Tripp
für 40 Jahre RDB- Mitgliedschaft: Dieter Klaus, Heinz Maas, Franz Podrebersek, Kurt Polzin, Heinz Riepe und Dieter Zeitz
für 50 Jahre RDB- Mitgliedschaft: Dieter Schött, Heinz Somberg und Johann Tegethoff
für 60 Jahre RDB- Mitgliedschaft: Kurt Schloms und Wilfried Wenzel.
Alle erhielten diverse Präsente wie Urkunde, silberne bzw. goldene Vereinsnadel, Häckel, Uhr, Bierseidel und / oder Wandteller. Mit dem Bergmannslied und einem Schnaps endete die Jubilarehrung. – Nach einem herzlichen Dankeschön von Manfred Stratenhoff und einem ebensolchen von Wilfried Wenzel, Sprecher der Jubilare, an die Adresse aller Mitarbeiter für ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten konnte das Tanzbein geschwungen werden. Die Musik dazu machte Gerd Hölsken auf seiner Hammondorgel.
Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Die Hotelköche hatten für jeden Gaumen schmackhafte, typisch niederrheinische Vorspeisen, Suppen, Hauptgerichte und Desserts angerichtet.
Gut gestärkt konnte anschließend wieder ausgiebig getanzt werden – bis, ja bis die Veranstaltung durch eine Überraschung unterbrochen wurde. Fast unbemerkt betrat ein Künstlerduo durch eine Seitentür die Bühne. Für fast alle Anwesenden waren es „Alte Bekannte". Beim Jahresfest 2006 hatten die Künstler als „Tante Luise und Herr Kurt" uns schon eine Kostprobe ihres Könnens gezeigt. Auch jetzt führten sie - unter dem gleichen Namen - auf komische und „tollpatschige" Weise ihre turnerischen Übungen vor. Ein Ehepaar aus dem Zuschauerkreis wurde bei ihren akrobatischen Stücken mit einbezogen. Besondere Darstellungen, wie der „Eiffelturm" oder die New Yorker „Liter-tea"– Statue riefen spontane Beifallstürme hervor. Diese Überraschung hat allen sehr viel Spaß bereitet.
Herzlichen Dank!
Jürgen Orthaus
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Ausflug zur Warendorfer Hengstparade
Für die Fahrt am 29. 9. 2010 hatte der BG - Vorstand kein bergmännisches Besichtigungsprogramm vorgesehen. Heutiges Ziel war die ca. 25 km östlich von Münster gelegene Stadt Warendorf. Hier wollten wir uns die jährlich stattfindende Hengstparade anschauen.
Gegen 11 Uhr wurden wir von Herrn Herbert Steinhoff und Frau Monika Walter-Koch, Stadtführerin) in zwei Gruppen aufgeteilt zum Rundgang durch die historische Altstadt erwartet.
Die heute ca. 40 000 Einwohner zählende Stadt kann auf eine 1 200- jährige Geschichte zurückblicken. Die günstig an einer Furt durch die Ems gelegene Sachsensiedlung „Warintharpa" (heute Warendorf) wuchs über die Jahrhunderte wegen ihrer Leinenherstellung zu einem überregionalen Handelszentrum und war zeitweise auch Hansestadt. Zum besseren Schutz und zum Betreiben einer Wassermühle wurde schon frühzeitig die Ems teilweise verlegt.
Überragt wird die Stadt durch die gotische Hallenkirche „St. Laurentius", deren Baubeginn auf das Jahr 1404 datiert ist. Etliche Kunstschätze sind zu bewundern, von denen einige bei der jährlichen Prozession am 15. August mitgeführt werden. - Vor Schäden ist die Altstadt im Krieg verschont geblieben, so dass sehr viele mittelalterliche Gebäude in ursprünglicher Bauweise erhalten sind. Beeindruckend ist die Ansicht rund um den zentralen Hauptmarkt mit dem historischen Rathaus, dem Marienbrunnen und Herrschaftshäusern mit Fassaden aus sechs Jahrhunderten. Drei weitere Nebenmärkte hatten ihre speziellen Aufgaben. Am Heumarkt steht der „Guten Morgenbrunnen", um den früher die Bäckergesellen ihren „Unfug- trieben. Der Schweinemarkt darf in dieser ländlichen Gegend ebenso wenig fehlen wie der Krickmarkt (Krücken = alte Pferde).
Nach dem schönen, 90 - minütigen Stadtspaziergang bei herrlichem Spätsommerwetter trafen sich beide Gruppen am Bus und fuhren zum nahegelegenen Hotel „Emshof", wo der Mittagstisch schon für uns gedeckt war.
Gut gestärkt legten wir in einem Spaziergang die Strecke bis zur Reitbahn des Nordrhein-Westfälischen Landgestüts zurück. Pünktlich um 15 Uhr begann die abwechslungsreiche Parade der über 100 Hengste, die aus dem Sattel, im Gespann oder an der Hand geführt, geleitet bzw. gelenkt wurden. Fachkundig wurde die 3– ständige Veranstaltung von den Sprechern Garsten Sostmeier und Rainer Kohaus kommentiert und in der halbstündigen Pause unterhielt der Stadtfanfarenkorps Münster mit volkstümlicher Musik.
Insgesamt 19 Schaubilder mit Hengsten unterschiedlicher Rasse und Anzahl wurden den begeisterten Zuschauern vorgeführt. Beeindruckend war, wie konzentriert die stolzen Rösser ihre gelernten Lektionen trotz des mehrfachen, zwischenzeitlich einsetzenden Beifalls absolvierten (Wegen der starken Leitung ihrer Reiter / Lenker). Nur vor der Übung „Fahrschule vom Sattel" bat der Sprecher - wegen des übergroßen Schwierigkeitsgrades - um absolute Ruhe. Zwölf Warmblutgespanne gingen voreinander her. Das reiterlose Pferd kann nur durch einen sehr langen Zügel (nur geringe Einwirkungen) des nachfolgenden Reiters beeinflusst werden und jede Ablenkung stört den Gehorsam. – Diese Vorführung war einer der vielen Höhepunkte.
Mit dem Titel „Dicke Tour" brachte Georg Frerich alias „August Schulte Quaterkamp" auf dem Rheinischen Kaltbluthengst „Hurrican" eine tolle Lachnummer. Wie schon aus TV-Sendungen bekannt erschien er in seiner blaugrünen Arbeitskleidung ohne Sattel auf seinem Dicken und führte etwas „steif" seine Kunststücke vor – immer mit einem lustigen Kommentar begleitet. Dafür gab es riesigen Beifall.
Ebenso viel Zustimmung erhielt die Auszubildende Sara Kemper für die Vorführung der „Ungarischen Post". Auf dem Rücken ihrer beiden schwergewichtigen Braunschimmel stehend galoppierte sie sicher mehrere Runden durch die Arena.
Ein Raunen auf den Zuschauertribünen rief die Ankündigung des Sprechers hervor, dass nun 8 t Fleisch die Reitbahn erobern würden. Ein Neunerzug von stattlichen Rheinischen Kaltbluthengsten stürmte in schnellem Galopp – eine Postkutsche aus dem 19. Jahrhundert ziehend – durch das Karree. Es war ein imposantes Schaubild, das den anhaltenden Applaus wahrlich verdient hatte. Eine gute Regie bringt stets den Programmhöhepunkt zum Schluss. Auch hier hatte Peter Borggreve, Erster 1. Hauptberittmeister, der für die Leitung verantwortlich war, das spektakulärste Schaubild ans Ende der Veranstaltung gesetzt. Dies war die „Große Dressurquadrille", auch seit 1926 nach seinem Choreographen die „Jacobowski- Quadrille" genannt. Hier zeigten 16 Warmbluthengste unter ihren in Paraderöcken elegant gekleideten Reiterinnen und Reitern eine Vielzahl verschiedener Figuren in schnell wechselnden Tempi bei großer Perfektion. Es war ein wunderschönes Abschlussbild.
Mit schönen Erinnerungen an einen erlebnisreichen Tag traten wir – wie auch mehrere tausend andere Zuschauer - die Heimfahrt an.
Jürgen Orthaus
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Besichtigung des Paralleltunnels am Kaiser – Wilhelm – Tunnel zw. den Orten Eller und Cochem mit einer Vollschnittmaschine von Herrenknecht am 18. 8. 2010
Die Eisenbahnlinie Trier – Koblenz führt in der großen Moselschleife zwischen den Bahnstationen Eller und Cochem durch den 4,2 km langen Kaiser – Wilhelm – Tunnel. Im Jahre 1879 ist dieses zweispurig ausgelegte Bauwerk fertiggestellt worden. Die lange Lebensdauer, verbunden mit einer schlechten Wetterführung während der ca. 100- jährigen Dampflokperiode, und die zeitweise starke Auslastung von 170 Zügen / d machen eine gründliche Sanierung dringend notwendig. Aus diesem Grund lässt die Deutsche Bundesbahn von Eller aus einen Paralleltunnel mit einer Vollschnittmaschine von Herrenknecht (TVM S- 547) auffahren. Dank der Initiative unseres Mitgliedes Wolfgang Simon ergab sich die Möglichkeit, diese Maschine am 18. 8. 2010 im Einsatz zu besichtigen, was wir Bergleute gern wahrnahmen. Leider wurde uns nach der Begrüßung im Infozentrum Cochem der Bahn A. G. von Dipl.- Ing. J. Helling eröffnet, dass aus sicherheitlichen Gründen eine Befahrung wegen plötzlicher Gasausbrüche nicht stattfinden könne. Doch in seinem Vortrag informierte er in sehr anschaulicher Weise die Geschichte des alten Tunnels, die Planung des neuen und in einem Film über die Technik und Arbeitsweise der VM.
Die Situation im alten Tunnel verbesserte sich mit der Elektrifizierung im Jahre 1974 grundlegend, obwohl schon früher durch das Niederbringen eines ca. 250 m tiefen Entlüftungsschachtes und Einbringen von Rauchabzugsrohren einen Verbesserung erzielt worden war.
Die Vorbereitungen zum Bau des neuen Tunnels begannen 2008 und am 5. 5. 2010 schnitt die VM den ersten Streckenmeter mit einem Durchmesser von 10,15 m. Da der Bergeabtransport zu einem Tontagebau im Westerwald durch nur 2 Züge / d begrenzt ist, ist dadurch die tägliche Auffahrleistung auf 12 bis 15 m beschränkt. Alle 500 m soll der neue Tunnel durch einen 25 m langen Querhieb mit dem alten verbunden werden. Trotz des sehr großen Querschnitts (8, 80 m lichter Durchmesser) wird der Zugverkehr nach Inbetriebnahme 2012 nur eingleisig durchgeführt. Daran anschließend wird mit der Sanierung der alten Röhre begonnen, die nach Fertigstellung 2015 eingleisig den Gegenverkehr aufnimmt.
Nach Beendigung des „Frage- und Antwortspiels" und des Filmbeitrages fuhren wir mit dem Bus zur ca. 20 km entfernten Baustelle am Bahnhof Eller. Dort wurde gerade der tägliche Materialzug mit Mörtel und Tübbings beladen. 7 Stück der 2 m langen und – 7 t schweren Tübbingsteine ergeben einen kompletten Ring.
Zur Belegschaft zählen 12 Mann vor Ort, 8 Mann Übertage und 6 Handwerker für die Wartung. Die Kosten beider Baumaßnahmen werden mit ca. 200 Mio. £ angegeben.
Leider war am Mundloch des Roswitha - Tunnels für uns Besucher das Betreten nicht erlaubt.
Jürgen Orthaus
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Ausflug ins Mittelalter am 22. April 2010
Bei schönem Frühlingswetter startete die BG Moers am 22. April 2010 in die diesjährige Reisesaison. Für die 25 Teilnehmer hieß es früh aufzustehen, denn schon kurz nach 6 Uhr begann die Fahrt ins Emsland. Bei einer kleinen Pause stärkten wir uns durch ein zweites Frühstück für die erste Besichtigung.
Dies war die kurz hinter der Grenze gelegene niederländische „Vesting (Festung) Bourtange". Unter der Führung eines mittelalterlich gekleideten Soldaten schritten wir die etwa 1 km lange - mit alten Feldsteinen gepflasterte und daher holprige - Zufahrt dem Festungsdorf entgegen. Mit einem ca. 20 minütigen Film wurde uns die bewegte Geschichte dieser Verteidigungsanlagen nähergebracht.
Im Jahre 1580 gab Prinz Willem von Oranje den Auftrag zum Bau einer Schanze mit fünf Bastionen, um den spanischen Eroberern, die damals die friesische Stadt Groningen besetzt hielten, den Versorgungsweg zu blockieren. Inmitten eines ausgedehnten Moorgebietes erbaute man die Festung auf einem erhöhten, zwei Ochsenkarren breiten Sandrücken („Tange" = Sandrücken, der vom Bour (Bauer) als Fahrweg genutzt wurde). Lang dauerte die Belagerung; doch nach Fertigstellung 1593 fiel auch die Stadt und ging wieder in niederländischen Besitz über.
Bourtange wurde über Jahrhunderte ständig erweitert und verstärkt, bis die Festung durch die veränderte (,.moderne") Kriegsführung ihre Funktion verlor. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich durch Ansiedlungen ziviler Bevölkerung Landwirtschaft und Handel. Doch etwa um 1950 bis 1960 endete auch diese Epoche, so dass die zuständige Gemeinde die Festung Bourtange nach Bauplänen von 1742 (größte Ausdehnung) als Sehenswürdigkeit rekonstruieren ließ.
Beim Rundgang erfuhren wir von ,,unserem Soldaten" etliches über „de baracquen" (Baracken der dort stationierten Soldaten), .Kapiteinswoning" (Hauptmannswohnung) oder das große Pulverlager, in dem 45 000 Pfund Schießpulver gelagert waren. Dies diente als Treibmittel für die 6, 12 oder gar 24 Pfund schweren Kanonenkugeln. Mit 2 - 3 kg Pulver konnte eine 24 Pfund Kugel ca. 3 km weit geschossen werden. – Makaber war die Vorstellung, gefesselt auf dern spitzen Rücken des „Hölzernen Pferdes" sitzen zu müssen und zusätzlich noch mit Gewichten an den Füßen beschwert zu sein, wozu Verräter oder Feinde bestraft wurden. – Der Festungskomplex umfasst insgesamt mehr als 30 Gebäude, in denen neben Museen, auch Geschäfte, Restaurants und Logiermöglichkeiten untergebracht sind. Einige werden auch als Privatwohnungen genutzt.
Am späten Vormittag war der erste Teil - der Ausflug ins Mittelalter – zu Ende. Nach einer kürzeren Fahrt erreichten wir dann die Großgärtnerei „Emsflower" vor den „Toren" des Ortes Emsbüren. Bevor wir uns jedoch auf die längere Besichtigungsrunde durch Europas größten Beetpflanzenanbau begaben, nahmen wir erst im hauseigenen Restaurant das vorbestellte Mittagsmahl ein. Pünktlich stellte sich danach Frau Agnes Kohne als unsere heutige Führerin durch den Erlebnispark vor. Zuerst berichtete sie vom Werdegang dieser Großgärtnerei – verbunden mit der Familiegeschichte seines Eigentümers. - Hier nur ein kurzer Abriss der Geschichte: Der 18 –jährige Sohn Bennie der niederländischen Gärtnerfamilie Kuipers hat während seines Amerikaaufenthaltes den modernen Pflanzenanbau in Massenproduktion kennengelernt. Er überzeugte die großen Supermarktketten von seiner Idee, seine Topfblumen in ihren Märkten zu verkaufen. Massenproduktion für die neuen großen Absatzmärkte hatten Kosteneinsparungen und niedrigere Preise zur Folge. Wegen des großen Erfolges wurden seine Betriebe erweitert bzw. neue gegründet.
Im Jahre 2004 wurde hier in Emsbüren mit dem Bau des größten Gartenbaubetriebes auf einem 100 ha großen Grundstück begonnen. Auf Grund des großen Interesses erfolgte die Erweiterung zum Erlebnispark mit Restaurants und Kinderspielplatz. Heute ist eine 26 ha große Fläche unter Glas. Es werden jährlich ca. 500 mio. Pflanzen produziert und in der Hauptpflanzzeit überwiegend an Wochenenden von mehr als 300 LKW's zu Märkten in ganz Europa abtransportiert. Bis zu 1000 Besucher werden täglich erwartet. Und dies alles machen rd. 100 fest angestellte Mitarbeiter und saisonbedingt weitere 100 Beschäftigte möglich. - Damit genug der Zahlen.
Beim Rundgang durch die unterschiedlichen Anbaubereiche sahen wir Tomatensträucher, deren Triebe im Endstadium bis zu 15 m lang / hoch werden. Verschiedene Paprikasorten, Gurken- und Auberginenpflanzen genießen ebenfalls die fachmännische und wissenschaftliche Betreuung. Die der Blütenbestäubung dienenden, nützlichen Insekten sind direkt in den Anpflanzungen angesiedelt und Schädlinge werden durch deren natürliche Feinde ..bekämpft".
Unzählige Arten von Fuchsien und Anthurien werden hier gezogen sowie Rosen und etliche Sorten der hochempfindlichen Gerbera, deren Blüten nie abgeschnitten - sondern nur vorsichtig abgedreht - werden dürfen, gedeihen hier prächtig.
Im eigenen, mit Holzabfällen betriebenen Kraftwerk wird die notwendige Energie für die gesamte Anlage erzeugt.
In der Halle mit tropischem, trockenen Klima waren Palmen. Kakteen. Aloeveren und Agaven u. v. m. zu besichtigen. Orangen-, Zitronen- und Olivenbäume standen in Blüte bzw. trugen Früchte. Über letztere wusste Frau Kohne zu berichten, dass diese mit zunehmendem Alter immer ertragreicher sind und etwa 2000 Jahre alt werden können.
In der Abteilung mit feuchtem Klima fühlte man sich in den Dschungel versetzt. Ein Dickicht von Pflanzen und Bäumen säumte den Weg, und die Bananenstauden hatten unterhalb der Blüte kleine Früchte angesetzt. – Ara- Papageien, eine Voliere mit Kleinvögeln und ein Teich mit Koi- Fischen komplettierten die „Urwaldlandschaft". - Alle Stecklinge dieser Tropengewächse summen aus der Kuipers- Plantage in Tansania.
Ein abschließender Blick in die Produktionshalle zeigte die Zusammenstellung von Lieferaufträgen bzw. auf der anderen Seite das fließbandmäßige Umtopfen junger Pflanzen.
Mit dem Dank an unsere Führerin für ihren lockeren Vortrag und nach einer Verschnaufpause
(z. T. mit Kaffee und Kuchen) beendeten wir einen erlebnisreichen Tag und machten uns auf den Heimweg. - Auch den Organisatoren sei ebenfalls herzlich Dank gesagt.
Jürgen Orthaus
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„Kennenlern"- Fahrt
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Nach der Fusion des BV Moers und des BV Niederrhein zu Beginn diesen Jahres trafen sich am 15. April 2010 RDB- Kameraden vom linken und rechten Niederrhein zu einer dreitägigen „Kennenlern"- Fahrt. Ziel und Thema dieser Reise war: Über- und untertägiger Tonabbau im Westerwald und im Spessart.
Unterwegs machten Silvo Magerl und Manfred Stratenhoff die Kollegen miteinander bekannt, was anschließend mit einem Schnaps bekräftigt wurde. Nach überwiegend zügiger Fahrt erreichten wir kurz nach 11 Uhr das Kannenbäckerland und somit unser erstes Ziel, das Tonbergbaumuseum in Siershahn.
Dort begrüßte uns Herr Gerd Klemmer, RDB- Kollege des BV Mittelrhein. In seinem interessanten Vortrag erläuterte er an Schautafeln und Bohrkernen die geologischen Verhältnisse. Die ca. 25 mio. Jahre alten Tonlagerstätten bestehen aus Verwitterungsmaterialien des devonischen Zeitalters, die aus der weiteren Umgebung hier abgelagert wurde. An einigen Orten sind die Lagerstätten durch später ausbrechenden Vulkanismus gestört worden.
Auf dem weiteren Rundgang erhielten wir anhand von zahlreichen Bildern und Ausstellungsstücken einen Einblick vom ehemals üblichen Untertagebergbau.
Viele kleine – durch Handbetrieb niedergebrachte und mit Handhäspeln betriebene –Glockenschächte warfen trotz großen Arbeitseifers (bei ca. 50 % Abbauverlust) kaum Gewinn ab. Diese Methode wurde deshalb vor ca. 70 Jahren abgeschafft und ein modernerer Bergbau entstand. In den 60-er Jahren wurden Loks und erste Gewinnungsmaschinen eingesetzt. - In der heutigen Zeit wird der Ton aus groß dimensionierten Tagebauen mit riesigen Baggern und eben solchen Transportfahrzeugen gewonnen, was wir sofort vom Böschungsrand des in der Nachbarschaft liegenden Tagebaues „Hohewiese" besichtigen konnten.
Im Außenbereich befuhren wir abschließend die Hochrampe der ehemaligen Schachtanlage „Gute Hoffnung". Schacht, Fördermaschine und Förderwagen standen noch so bereit, als würde gleich mit der Förderung von der 38 m- Sohle begonnen.
Auf einem Autobahnrastplatz wurde nach kurzer Fahrt mit einer deftigen Brotzeit eine Mittagspause eingelegt.
Nachmittags erreichten wir – schon ca. 15 km hinter unserem Fahrtziel – die schöne Main-Stadt Miltenberg, die ein Jeder - nach Lust und Laune - in der vorgegebenen Freizeit erkunden konnte. Dann fuhren wir zurück in das ebenso idyllische Rotweinstädtchen Klingenberg und bezogen im zentral gelegenen „Fränkischem Hof" unsere Quartiere.
Zum gemeinsamen Abendessen trafen wir uns mit unseren RDB- Kameraden Werner Felicetti, Ernst Hummel und Eckhard Ehrt vom BV Nordbayern. Bei „einem" Schoppen Rotwein oder kühlen Bieren wurden neben privaten natürlich auch viele berufliche / bergmännische Dinge besprochen, bevor E. Ehrt als technischer Leiter der Tongrube in seinem ausführlichen wie interessanten Lichtbildervortrag die Geologie der Lagerstätte, die geschichtliche Entwicklung sowie die derzeitige Situation „seines" Bergwerkes darlegte. - Das über 250 Jahre alte Bergwerk baut in einer linsenartigen
Lagerstätte (Breite bis 200 m in Ost – Westrichtung, streichende Länge bis 400 m in Nord- Südrichtung, Mächtigkeit ca. 60 m, Alter ca. 35 mio. Jahre) Ton mit sehr geringer Korngröße (0,002 mm) ab. Interessant war auch seine Aussage, dass 1 Gramm Ton eine Gesamtoberfläche von 64 m2 (!!) hat.
Die Förderung betrug im Jahre 1960 ca. 14 400 t / a, reduzierte sich leider ständig und lag im Jahre 2006 bei nur 1224 t / a. - Sie findet Verwendung zu 84 % in der elektrokeramischen Industrie (Isolatoren, Glashäfen), zu 15 % in der Bleistiftindustrie (Ton ist ein sehr gutes Bindemittel für Graphit) und zu 1 % bei der Herstellung von Schmelztiegeln. - Abnehmer sind Hersteller im Inland; Export geht nach ganz Europa sowie Indien und Japan.
Seinem Vortrag folgte eine lebhafte Diskussion, und somit wurde es auch ein langer Abend.
Am nächsten Morgen wurde bei der Befahrung das so ganz anders geartete, klein dimensionierte Grubengebäude besichtigt. – Sicherheitlich mit Helm, Kopflampe, Einweganzug und Grubenschuhen / -stiefeln richtig ausgerüstet fuhren wir im Blindschacht an der 60 m – Wettersohle vorbei zur 70 m- Fördersohle. Der Blindschacht und ca. 100 m Querschlag sind im standfesten Buntsandstein geteuft / aufgefahren. Die weiteren „langlebigen" Hauptstrecken in der Lagerstätte sind wegen des starken Gebirgsdruckes in Stahlringen (2 m Durchmesser) und mit stählernen Eisenbahnschwellen bzw. Leitplanken als Verzug ausgebaut. Andere Strecken sind z. T. in Stahltürstock oder nur in Holzausbau gesichert, der nach Abbauende dieser „Kammer" wieder geraubt wird. – Gewonnen wird der Ton mit einem Abbauhammer, der mit einem löffelartigen Meißel bestückt ist. Jeder beladene Förderwagen wird von einem Schlepper zum Blindschacht geschoben, um Übertrage gekippt zu werden.
Bereitwillig beantwortete E. Ehrt vor Ort unsere zahlreichen Fragen. Und nach der Ausfahrt gab es neben dem Betriebsgebäude wiederum eine kräftige Brotzeit.
Zurück in Stadtnähe spazierten einige durch den sonnendurchfluteten Weinberg, oder andere besuchten das Museum. Spätnachmittags schlenderten wir gemeinsam den Main entlang zum städtischen Weingut, wo neben einer üppigen Vesper auch eine Weinprobe vorbereitet war. Es wurde ein fröhlicher Abend; und als der anwesende Bürgermeister um das Steigerlied bat, wurde ihm dieser Wunsch gern erfüllt.
Der dritte Tag war Abreisetag. Nachdem alle Weinbestellungen vom Vortage am Hotel und am Weingut verladen waren, ging die Rückfahrt den Main entlang nach Aschaffenburg. Dort hatte jeder für etwas mehr als eine Stunde die Möglichkeit, im Park des Schlosses Johannisburg, über den Wochenmarkt oder durch die Stadt zu spazieren –oder auch nur auf einer Parkbank den Sonnenschein zu genießen. Zur Mittagszeit traf sich die Gruppe in den Schloss – Weinstuben zum Essen, um dann – wohl gestärkt – die längere Heimreise anzutreten.
Abschließend kann festgehalten werden, dass diese „Kennenlern"- Fahrt ein voller Erfolg war. Die Kameradschaft war gut und jeder hat zahlreiche positive Eindrücke sammeln können. (So das Fazit des Schreibers) Deshalb weiter – mit Glückauf!
Jürgen Orthaus
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